Mahnung statt Strafe für Müllsünder. Wurden Vorschriften anfangs eingehalten, so riss in letzter Zeit der Schlendrian ein. Müllsünder werden abgemahnt.

Von Bernhard Preineder. Erstellt am 08. November 2017 (04:50)
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Symbolbild

Wie berichtet, soll in Korneuburg Anfang nächsten Jahres das neue Altstoffsammelzentrum in Betrieb gehen. Der Zugang wird mittels Bürgerkarte erfolgen.

Der für das ASZ verantwortliche Vizebürgermeister Thomas Pfaffl macht die ab dann geltenden, sehr liberalen Öffnungszeiten vor allem beim Grünschnitt von der Disziplin der Bürger abhängig. „Sollte das nicht klappen, wird es Konsequenzen, also Strafen geben, und eventuell auch Kürzungen bei den Betriebszeiten.“

"Disziplin ließ immer mehr nach"

So weit hergeholt sind die Befürchtungen nicht. Mit 1. März 2017 führte Bisamberg bei seinem ASZ den Zugang mit der Bisamberg-Card ein, also ein ganz ähnliches System. Die NÖN fragte bei Bürgermeister Günter Trettenhahn nach, welche Erfahrungen man damit gemacht hat und wie man gegen Müllsünder hier vorgeht.

„Am Anfang haben sich die Leute noch durchwegs an die Benutzungsvorschriften gehalten. Diese Disziplin ließ aber im Laufe der Zeit immer mehr nach“, erklärte der Ortschef.

An Strafen, so wie es Korneuburg vorsieht, denke er jedenfalls derzeit noch nicht: „Wir werden es vorerst einmal mit Abmahnungen versuchen. Sollte das nicht klappen, müssen wir andere Maßnahmen in Erwägung ziehen.“ Welche das sein werden, wollte er noch nicht verraten.

Überwachung mittels Videoanlagen

Ärgerlich ist für ihn dabei vor allem der vermehrte bürokratische Aufwand, der letztendlich allen Bürgern der Marktgemeinde Nachteile bringt. Bereits im Vorfeld hätte sich Korneuburg über die Erfahrungen in Bisamberg mit dem neuen Zutrittssystem erkundigt und daraus Schlüsse gezogen.

Übrigens: Beide Altstoffsammelzentren werden von genehmigten Videoanlagen überwacht. Die Ausforschung etwaiger Müllsünder sollte demnach kein Problem darstellen.