Postverteilerzentrum: Initiative will klare Worte. Die Bürgerinitiative befürchtet, dass die Pläne der Post gleich nach den Landtagswahlen umgesetzt werden. Sie will, dass das Land Position zu dem Projekt bezieht.

Von Bernhard Preineder. Erstellt am 29. Dezember 2017 (05:00)
NÖN
Die Bürgerinitiative hätte sich von der Landesspitze mehr Unterstützung erhofft.

Schön langsam brennt der Hut – zumindest aus Sicht der Bürgerinitiative LELOG, die sich gegen das geplante Postverteilerzentrum stemmt. Viele Indizien sprechen laut Sprecher Nikolaus Kubiczek bereits dafür, dass gleich nach der Landtagswahl im Jänner die Bagger anrollen werden. Jetzt will die Initiative vermehrt Druck auf das Land und VP-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner ausüben, denn – so ist man sich sicher – nach der Landtagswahl ist es zu spät.

So würde sich Langenzersdorf bereits voll auf das Projekt einschießen. In der letzten Gemeinderatssitzung wurden schon die finanziellen Mittel für die Straßenbeleuchtung der Zufahrt in der Höhe von 261.000 Euro sowie die Möglichkeiten einer Kanalzuführung beschlossen. Damit wäre man unabhängig von einer Anbindung an das Korneuburger Kanalsystem. Und auch die Post wäre laut den Recherchen der Initiative nicht untätig gewesen. So hätte man schon einmal im Vorfeld Paketwege simuliert. Die Vermutung liegt für Kubiczek deshalb auf der Hand, dass sich die Post ganz sicher ist und das Zentrum mit Unterstützung durch die Politik verwirklicht wird.

Unterstürtung von SPÖ Langenzersdorf

Kurz vor der Wahl will man deshalb den Druck noch weiter erhöhen. Was die Initiative besonders ärgert, ist, dass sich die Landeschefin bis dato nicht mehr zu dem Projekt geäußert hat. „Und das, obwohl sie die Causa zur Chefsache erklärt hat“, so Kubiczek. Jedenfalls will die Initiative hier ansetzen und gegebenenfalls eine Wahlempfehlung abgeben, die der ÖVP schaden könnte. „Es könnten vielleicht gerade diese ein oder zwei Prozent sein, die dazu beitragen, dass die Partei nicht mehr die Absolute stellt“, gibt Kubiczek zu bedenken.

Unterstützung erhält die Initiative von der SPÖ Langenzersdorf. In einem offenen Brief ersucht man die Spitzen der Bundespartei um Unterstützung gegen die Verwirklichung des Postverteilerzentrums. SP-Sprecher Christoph Baumgärtel: „Ein sinnvollerer Standort wäre Stockerau, da dort keine Anrainer betroffen wären.“