Räude als Gefahr für Hunde

Erstellt am 29. Mai 2022 | 05:16
Lesezeit: 3 Min
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Ursache für Fuchsräude ist die Sarkoptes-Milbe: Ihre Gänge unter der Haut erzeugen massiven Juckreiz bei den Tieren.
Foto: Leopold Andrä
Bereits im Februar wurde am Bisamberg ein massiv von Räude befallener Fuchs erlegt. Diese Fälle dringen selten an die Öffentlichkeit, dabei besteht auch für Hunde Gefahr. Für die Übertragung reicht es schon, wenn der Hund am Fuchsbau schnuppert.
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Wie Renate Knorr, Jägerin, Hundeführerin und Obfrau des Dorferneuerungsvereins Bisamberg, mitteilt, wurden bei der Obduktion am Institut für Wildtierkunde Wien zusätzlich ein massiver Befall von Fuchsbandwurm und weiteren Eingeweideparasiten dokumentiert. Fuchsräude ist eine hochinfektiöse Krankheit und endet bei diesem Wildtier immer tödlich. Ein Hegeabschuss verhindert ein monatelanges Leiden der Füchse.

Für eine Übertragung ist der direkte Kontakt nicht notwendig; es reicht, wenn ein Hund beim Fuchsbau schnuppert oder mit dessen Hinterlassenschaften in Kontakt kommt. Fuchskot findet sich überall – nicht nur im Wald, auch auf Wegen und immer öfter auch in Gärten in und um Großstädte. Auch auf den Menschen ist die Fuchsräude übertragbar.

Rasche Erkennung und Behandlung ist wichtig

Wichtig ist bei Mensch und Tier die rechtzeitige Erkennung: Die Haut weist Rötungen, Pusteln und Krusten auf. An den geschädigten Stellen siedeln sich außerdem oft Bakterien an, die die Symptome zusätzlich verschlimmern. Eine rasche Erkennung und Behandlung ist wichtig.

Sehr wahrscheinlich ist, dass weitere räudige Füchse am Bisamberg umherstreifen. Wichtig ist daher für Hundebesitzer: den Vierbeiner an der Leine führen und nicht abseits der Wege ins Gelände lassen, auch keine Schlepp- oder Laufleinen verwenden. „Dies ist zusätzlich wichtig, da das Wild gerade Setz- und Legezeit hat“, erklärt Knorr. Man solle Rücksicht auf Fasane, Hasen und andere Tiere nehmen, die Randbrüter sind und ihre Jungtiere oder Eier am Rand von Feldern und Wäldern ablegen.

„Der Wald ist das Wohnzimmer vom Wild, wir sind hier nur Gäste“, führt sie aus. „Sollte Ihr Hund einen verstärkten Juckreiz oder gerötete Hautstellen aufweisen, suchen Sie bitte ihren Tierarzt auf“, rät Knorr.

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