Bisher kein Kommentar von Ramsan Kadyrow. Der tschetschenische Regionalpräsident Ramsan Kadyrow hat den Fall des gebürtigen Tschetschenen Mamichan U. alias Martin B., der am vergangenen Samstag außerhalb von Wien mutmaßlich von einem Landsmann getötet worden ist, bisher nicht kommentiert.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 08. Juli 2020 (15:44)
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Dies erklärte der Pressesprecher des Oberhaupts der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ilman Wachidow, am Mittwoch in einem Telefonat mit der APA.

"Wenn es Kommentare geben sollte, dann werden sie auf seiner offiziellen Seite im Internet veröffentlicht werden. Einstweilen gibt es keine Kommentare (zur Bluttat in Gerasdorf, Anm.)", sagte Pressesprecher Wachidow. Auf die Frage, ob das Oberhaupt Tschetscheniens über den Fall informiert sei, antwortete er, dass Kadyrow darüber einstweilen nicht gesprochen habe. Viele Dinge würden jedoch in Europa vorfallen, ergänzte er.

Auch zu etwaigen öffentlichen Äußerungen Kadyrows in Bezug auf Martin B. in der Vergangenheit konnte Wachidow nichts Konkretes sagen: "Es gibt viele Menschen, die etwas sagen oder in Blogs schreiben. Wenn er (Kadyrow, Anm.) jedem Aufmerksamkeit schenken würde, hätte er keine Zeit mehr, sich um seine Arbeit zu kümmern."

Der am Samstag Getötete, der als "Ansor aus Wien" auftrat und zuletzt über einen österreichischen Fremdenpass auf den Namen Martin B. verfügte, war in den vergangenen drei Monaten eines der bekannten tschetschenischen Gesichter aus Österreich gewesen. Seit April hatte er insgesamt 29 Videos auf seinem Youtube-Kanal veröffentlicht, in denen er insbesondere Kadyrow und dessen Familie wüst beschimpfte. In der tschetschenischen Emigration kursierte sogar das unbestätigte und wahrscheinlich auch falsche Gerücht, dass Kadyrow wegen Ansor kürzlich sogar einen Nervenzusammenbruch erlitten hätte.