Coliforme Bakterien im Trinkwasser. Am Dienstagnachmittag erreichte eine Kundmachung die Maisbirbaumer Haushalte in der Gemeinde Ernstbrunn: Nach einer routinemäßigen Trinkwasseruntersuchung der Gemeinde wurden coliforme Bakterien festgestellt.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 17. Juni 2015 (13:37)
NOEN, zVg
Sofort setzte man alle Hebel in Bewegung und ließ weitere Wasserproben entnehmen. „Wir werden die Sache so schnell wie möglich aufklären. Es wurden mehrmals Proben an unterschiedlichen Stellen im Ort gezogen, um Vergleiche anstellen zu können“, so Bürgermeister Horst Gangl über den Stand der Dinge.

Morgen Mittag erwartet man bereits ein Ergebnis. Die Gemeinde arbeitet eng mit Sachverständigen zusammen, die Ursache ist aber schwer festzustellen. „Es ist nicht einmal sicher, dass es eine Verunreinigung gibt. Vielleicht ist es auch bei der Probenentnahme zu einem Fehler gekommen“, mutmaßt Gangl.

Wasser drei Minuten bei Siedetemperatur abzukochen

Das Trinkwasser in Maisbirbaum wird von der EVN zu Verfügung gestellt. Der Konzern führt regelmäßig unabhängig von der Gemeinde Wasserproben durch, die jedoch einwandfrei waren.

„Wir haben dennoch erneut Proben genommen, um auf Nummer sicher zu gehen“, erklärt EVN-Sprecher Stefan Zach. Auch hier stehen die Ergebnisse noch aus. Man steht aber im engen Kontakt mit der Gemeinde und ist sicher, die Problematik bald aufklären zu können.
 
Die Probe, die eine Verunreinigung ergab, wurde am 10. Juni von einer Analysefirma im Auftrag der Gemeinde entnommen. Auch in Merkersdorf und Simonsfeld wurde das Wasser getestet, dort waren die Werte jedoch einwandfrei. Nun werden alle Leitungen gespült

Die Gemeinde forderte die Bewohner auf, das Wasser vor dem Trinken oder dem Einsatz im Haus mindestens drei Minuten lang bei Siedetemperatur abzukochen.

„Coliforme Bakterien sind nicht per se schädlich“

Wer im Internet nach coliformen Bakterien sucht, findet sie meist unter dem Begriff Kohle- oder Darmbakterien. Immer wieder dringen diese Lebensformen ins Trinkwasser ein, wie ein Fall in Berlin aus dem Jahre 2011 zeigt.

Damals berichtete der Tagesspiegel online zu der Verunreinigung und kann nach Gesprächen mit Experten beruhigen: „Coliforme Bakterien sind auch nicht per se schädlich. Die Darmbewohner sind sogar lebensnotwendig, sie helfen bei der Verdauung“, wird eine Medizinerin vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin an der Charité Berlin zitiert.

Natürlich kommt es dabei, so der Bericht, auf die Mengen an. Zu Reaktionen kommt es meist nur bei kranken Menschen, Erwachsene wie Kinder kommen für gewöhnlich problemlos mit den Bakterien zurecht und scheiden sie einfach wieder aus.

Den vollständigen Bericht finden Sie unter http://www.tagesspiegel.de/berlin/keime-im-trinkwasser-welche-gefahr-geht-von-diesen-erregern-aus/4447842.html