Stockerau: Im Gefängnis entsteht ein Film. Die Schauspieler erleben Dreharbeiten in einer ungewöhnlichen Kulisse.

Von Dieter Rathauscher. Erstellt am 24. Juli 2019 (14:56)
Im ehemaligen Stockerauer Bezirksgericht wird derzeit der Film „Fuchs im Bau“ gedreht, der 2020 in die Kinos kommt. Daran beteiligt sind Arash T. Riahi (Produzent), Mario Minichmayr (Kamera), Karin C. Berger (Produzentin), Arman T. Riahi (Buch und Regie) und die Darsteller Sibel Kekilli, Maria Hofstätter und Aleksandar Petrovic.
Golden Girls Film/Ioan Gavriel

Die Dreharbeiten im ehemaligen Bezirksgericht bzw. im angeschlossenen Gefängnis gehen zügig voran (die NÖN berichtete). Nun gab es die Chance, mit einigen der Schauspieler von „Fuchs im Bau“ über ihre Rollen zu sprechen.

Bei den Darstellern merkte man regelrecht die Beklemmung, in einem wirklichen Gefängnis zu drehen, wenngleich es schon lange nicht mehr in Gebrauch ist. Das ist ja auch der Grund, warum das Gebäude für die Dreharbeiten ausgesucht wurde.

„War zunächst schon niedergedrückt“

Die Handlung spielt großteils hinter den Mauern eines Jugendgefängnisses. Da der Regisseur nicht ausschließlich in Studios arbeiten wollte, einigte man sich mit der BIG (Bundesimmobiliengesellschaft), das ehemalige Gefängnis in Stockerau anzumieten.

„Mein Büro geht ja noch, das ist zwar auch eher dunkel und unfreundlich, aber als wir einmal an einer Szene in einer Einzelzelle im Keller ohne Fenster arbeiteten, war ich zunächst schon niedergedrückt“, erzählte Schauspieler Andreas Lust, der einen Abteilungsleiter des Gefängnisses spielt. „Man mag sich gar nicht vorstellen, dass das einmal die Sicherheitsverwahrung war.“

Maria Hofstätter spielt die Gefängnislehrerin Elisabeth Berger, die den jüngeren und ehrgeizigen Hannes Fuchs (dargestellt von Aleksandar Petrovic) zur Unterstützung zugeteilt bekommt. Dieser entdeckt durch ihre unkonventionellen Unterrichtsmethoden nicht nur seine eigene Kreativität wieder, sondern auch die Hilferufe einer in sich gekehrten Insassin.

Filmstory mit einem realen Hintergrund

Die Filmstory hat einen realen Hintergrund, Wolfgang Riebinger bildet das Vorbild für Lehrerin Berger. Er spielt auch als Koch in einer kleinen Neben rolle mit. „Ich war 30 Jahre lang Lehrer im Gefängnis. Da geht es darum, den Jugendlichen einen Pflichtschulabschluss zu ermöglichen. Ich möchte keinen einzigen Tag missen, obwohl ich einige unglaubliche Schicksale gesehen habe“, erzählt er. Gedreht wird noch bis Ende Juli.