Naturparkunterricht, anstatt zu stricken. Neuer Standort, neues Konzept: Gemeinderat beschließt, den Kindergarten zum Naturparkkindergarten zu machen.

Von Theodora Höger. Erstellt am 01. April 2017 (05:00)
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Der Kindergarten soll am neuen Standort zum Naturparkkindergarten werden. Ein pädagogisches Konzept liegt bereits vor.
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In ganz Niederösterreich gibt es bislang nur einen, und der befindet sich in Geras; bald wird es aber einen weiteren geben: Der Gemeinderat hat beschlossen, aus dem Kindergarten einen Naturparkkindergarten zu machen. Die Vorteile davon liegen für Bürgermeister Horst Gangl auf der Hand: „Stricken braucht heute keiner mehr – wir wollen Naturpark spielen!“

„Stricken braucht heute keiner mehr – wir wollen Naturpark spielen!“Bürgermeister Horst Gangl

Gangl wünscht sich, dass die Kinder ein Bewusstsein für die Natur bekommen. Auch Kindergartenleiterin Angelika Strauch und die Pädagoginnen freuen sich auf das Projekt, auch wenn es viel Arbeit mit sich bringen wird: Sie müssen für die Naturpark-Zertifizierung 14 Module absolvieren.

Ein pädagogisches Konzept haben sie bereits erstellt, das auf vier Säulen beruht: Schutz des Naturparks, Erholung, Umweltbildung und die Regionalentwicklung in den Leiser Bergen. Sie wünschen sich, dass sich die Kinder durch das Projekt stärker mit der Natur und der Umwelt, insbesondere mit dem Naturpark Leiser Berge, identifizieren können.

Wald zur Benutzung zur Verfügung gestellt

Auch die Familie Reuss, deren Wald an den baldigen Naturparkkindergarten angrenzt, hat bereits ihre Unterstützung zugesichert: „Die Kinder dürfen den Wald zur Bildungszeit besuchen.“

Auf 3.663 Quadratmetern Fläche, davon 1.280 bebaut, sollen die Kinder auch am Kindergartengelände die Möglichkeit bekommen, die Natur zu erforschen und zu erleben: Vogelnistkästen, Insektenhotels und eine Kräuterspirale sind bereits in Arbeit und werden das Angebot für die Kinder abrunden.

Die Kosten für den Bau des Kindergartens mit sechs Gruppen und zwei Turnsälen sollen sich laut Gemeinderatsbeschluss auf etwa 3,2 Millionen Euro ohne Mehrwertsteuer belaufen. Noch ist nicht sicher, ob eine weitere Gruppe gebaut wird. Die Gemeinde erhebt zur Zeit alle nötigen Daten, um zu einer Entscheidung zu kommen.