Ernstbrunn

Erstellt am 19. Januar 2017, 04:50

von Theodora Höger

Sparen dank Technologie Energie: Daten und Fakten. Ernstbrunn hat sich zu einer Vorzeigegemeinde im Bereich Energiewirtschaft gemausert: Sinkender Stromverbrauch schlägt auch finanziell schon zu Buche.

Georg Hartmann, Martin Steininger, Bruno Plunger und Horst Gangl setzen auf erneuerbare Energien.  |  Rathauscher

Das Thema Energieeffizienz beschäftigt die Gemeinde Ernstbrunn schon seit Jahren: „Die Energiekosten waren einfach zu hoch“, erinnert sich Bürgermeister Horst Gangl. So begann er bereits 2008 damit, den Energieverbrauch aufzuzeichnen und mithilfe einer Landesförderung für Lichtpunkte Strom zu sparen.

Als 2012 das NÖ Energieeffizienzgesetz in Kraft trat, musste plötzlich jede Gemeinde über einen Energiebeauftragten verfügen. In Ernstbrunn wurde dies zur Chefsache gemacht: Gangl selbst übernahm die Rolle, mit hehren Zielen: Bewusstsein für den sorgsamen Umgang mit Energie zu schaffen – beispielsweise über Beratungsprogramme –, Förderungen ins Leben zu rufen und das Energiecontrolling fortzuführen.

„Natürlich mussten wir Geld in die Hand nehmen. Binnen zehn Jahren wird sich das aber rechnen.“

Ernstbrunns Bürgermeister Horst Gangl

Der Energieverbrauch ist binnen acht Jahren um rund 138.000 kWh gesunken. Das erklärt sich Gangl mit harter Arbeit und Projektmanagement: „Energiebuchhaltung bedeutet eiserne Disziplin.“ Vor allem die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technologie schlage zu Buche. Ein bisschen Stolz schwingt dennoch mit:

„Ich bin zufrieden, dass die Gemeinde damit so erfolgreich ist: Wir zahlen statt 54.000 Euro im Jahr nur noch rund 28.000 Euro.“ Kritik, dass man dafür aber auch ein Vielfaches an Geld in die Hand nehmen musste, lässt er nicht gelten: „Die Investitionen, die wir tätigen mussten, werden sich binnen zehn Jahren rechnen.“ So erfolgreich wie Strom gespart wird, so sehr stagnieren allerdings die Einsparungen im Gasverbrauch.

Kein Mangel an Zukunftsplänen

Grund zur Sorge sieht Gangl aber keine: „Ein Jahr verbrauchen wir mehr, ein Jahr weniger. Das hängt davon ab, wie kalt die Winter sind.“ Er will aber auch den Gasverbrauch reduzieren; so werden die Schulen bereits seit 2012 mittels Pelletofen beheizt.

An Plänen für die Zukunft mangelt es jedenfalls nicht: Ernstbrunn soll bald eine e5-Gemeinde werden. Erst sechs solcher Gemeinden gibt es im Land; im Rest der EU, in Marokko, und der Ukraine bereits mehr als 1.300. Teilnehmer können nach externer Prüfung je nach Umsetzungsgrad des Maßnahmenkatalogs bis zu fünf „e“ erreichen. Ernstbrunn winkt durch diese Initiative auch ein European Energy Award.