Ernstbrunn

Erstellt am 26. August 2017, 05:00

von Theodora Höger

Wotan und Tali: Mit Wolfshunden am Filmset. „Viel Beziehung und wenig Erziehung“: Der Ernstbrunner Tiertrainer David Buchner erzählt vom Leben und Arbeiten mit seinen beiden Wolfshunden Wotan und Tali.

David Buchner und Wotan sind ein eingespieltes Team.  |  Wild Pixel

Wotan und Tali, die beiden Wolfshunde, mit denen der Ernstbrunner Hundetrainer David Buchner lebt und die zu seinen Arbeitskollegen geworden sind, vereinen die Merkmale von Wolf und Hund in sich. Mit der NÖN sprach er über sein Leben mit den Tieren.

NÖN: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, mit Wolfshunden zu arbeiten?

Buchner: Früher hatte ich Huskys, mit denen ich trainiert habe. Mit ihnen war ich in Oberösterreich, wo mir ein Züchter Wotans Mutter gezeigt hat. Ich habe sofort gewusst: Das ist etwas für mich. Zwei Wochen später wurde Wotan geboren, und dann ist er mit sechs Wochen bei mir eingezogen.

Sie haben ihn also großgezogen?

Buchner: Ja. Das war auch wichtig, weil er die Bindung zu mir aufbauen musste. Wolfshunde sind unabhängige, intelligente Tiere, die meist nur einem Menschen vertrauen. Ohne die Bindung, die sich in seiner Kindheit entwickelt hat, wäre das Leben mit ihm so gut wie unmöglich.

Wie lebt es sich eigentlich mit zwei Wolfshunden?

Buchner: Für Morgenmuffel sind die nichts. Wenn die merken, dass ich wach bin, dann muss gespielt werden. Sie sind auch sehr intelligent und zerbeißen gerne mal etwas. Tali hat schon drei Handys und zwei Laptops auf dem Gewissen – sie steht bei mir mit ein paar tausend Euro in der Kreide (lacht).

Wotan (links) und Tali (rechts) sind die vierbeinigen Arbeitskollegen von David Buchner.  |  Birgit Finta, FiBi-Photography

Deswegen sind die beiden Ihre Arbeitskollegen geworden?

Buchner: Naja, das hat sich ergeben – es gab Anfragen von Fotografen, weil sie Wölfen ja sehr ähnlich sehen. Mittlerweile können wir von den Fotoshootings und Filmauftritten ganz gut leben. Das größte Highlight bislang war, dass sie in einem Film mit Yvonne Catterfeld mitgespielt haben. Nebenbei arbeiten wir auch als Securitys in Wien, dann halt an der Leine. Als eines der nächsten Projekte engagieren wir uns karitativ: Für ein Kind, das einen Therapiehund braucht, versteigern wir ein Fotoshooting mit Wotan bei einem Adventmarkt.

Wie bringt man solche intelligenten Tiere dazu, am Set zu kooperieren?

Buchner: Es ist viel Beziehung und weniger Erziehung: Die Tiere wollen mit mir arbeiten, weil sie mir vertrauen und weil wir gut zusammenleben. Anders würde das auch nicht gehen, weil sie so intelligent sind. Das meiste geht übers Spielen – sie machen das, was man ihnen sagt, nicht für Leckerlies, sondern weil sie es einfach wollen. Natürlich gibt es trotzdem ab und zu auch ein kleines Stückerl Extrawurst.

Wie sieht ein typischer Tag im Ihrem Leben aus?

Buchner: Abgesehen vom Aufräumen, Terminen und dem Dienstplan in meinem zweiten Job gibt es eigentlich kaum richtige Fixpunkte. Am wichtigsten ist es für beide Jobs, viel Zeit mit den beiden Hunden zu verbringen und so viel Beziehungsarbeit wie möglich zu leisten.

Kann man sich, wenn man so intensiv mit den Tieren beschäftigt ist, überhaupt noch etwas anderes vorstellen?

Buchner: Nein, ein Leben ohne Wotan und Tali kann ich mir gar nicht mehr vorstellen. Ich muss zwar ständig aufräumen, aber das ist es wert. Wir sind zu einer Familie, zu einem Rudel zusammengewachsen.