Bio-Trend: Neues Werk für Saatgut. Ein Drittel des am RWA-Standort in Korneuburg erzeugten Saatguts ist künftig „bio“.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 11. September 2019 (05:13)
wesungsanlage für die Schädlingsbekämpfung.
Standortleiter Andreas Scharinger führte die Gäste bei der Eröffnung durch das neue Bio-Saatgutwerk. Herzstück ist die innovative CO²-Druckent

25 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Österreich werden biologisch bewirtschaftet. „Die Errichtung eines Bio-Saatgutwerks war ein logischer Schritt“, sagte RWA-Generaldirektor Reinhard Wolf im Rahmen der offiziellen Eröffnung. In siebenmonatiger Bauzeit hat die RWA (Raiffeisen Ware Austria AG) auf ihrem Standort in Korneuburg eine 2.700 Quadratmeter große Halle errichtet. 110 Bio-Saatgutsorten von 30 Kulturen bietet man hier den Bio-Landwirten an.

20.000 Tonnen Saatgut werden künftig insgesamt am RWA- Standort in der Johann-Pamer- Straße produziert. 14.000 Tonnen davon entfallen auf konventionelles Saatgut und 6.000 Tonnen, also etwa ein Drittel, bereits auf Bio-Saatgut. Der Fokus liegt auf Getreide-, Öl- und Eiweißpflanzgut.

Die Anlieferung erfolgt über die sogenannte Gosse und gelangt über Förderwege in die Halle, wo das Saatgut mittels Luftstrom und Sieben gereinigt wird. Zusätzlich kommt hier eine sogenannte „Entwesungsanlage“ zum Einsatz. 24 Tonnen Saatgut können hier auf einmal mittels Druck und Kohlendioxid von Schädlingen befreit werden. Die 500.000 Euro teure Anlage ist erst die dritte ihrer Art in Österreich, die anderen beiden sind bei den Firmen Kotányi und Sonnentor im Einsatz.

Bisher gab es zu wenig zertifiziertes Saatgut

„Wer am Markt reüssieren will, muss auf Qualität setzen“, betont der RWA-Bereichsleiter für Saatgut, Johann Blaimauer. Das neue Werk trage der Problematik Rechnung, dass es gerade bei den nachgefragten Sorten bisher zu wenig zertifiziertes Saatgut gab.

Die Probleme im Bio-Segment ähneln jenen in der konventionellen Landwirtschaft: Das Angebot übersteigt die Nachfrage, weil viele traditionelle Abnahmeländer selber auf biologische Landwirtschaft umgesattelt sind. „Wir müssen daher neue Märkte erschließen“, gab Wolf als Devise aus.

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