Lukas Mandl: Ein Gerasdorfer kämpft um Vorzugsstimmen. Für den Spitzenkandidaten der VP Niederösterreich beginnt nach dem Abschied in Straßburg die heiße Phase des Wahlkampfs.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 03. Mai 2019 (05:03)
Löwenstein
Lukas Mandl posierte in der letzten Plenarwoche vor dem roten Teppich im EU-Parlament in Straßburg.

Es herrschte Aufbruchstimmung in der letzten Plenarwoche in Straßburg. Im EU-Parlament, wo die Parlamentarier einmal im Monat tagen, wurden die Büros geräumt. Von 23. bis 26. Mai (in Österreich am 26. Mai) werden die 751 Abgeordneten neu gewählt. „Es ging zu wie in einer Schule nach Notenschluss“, beschreibt der Gerasdorfer Lukas Mandl, Spitzenkandidat der VP Niederösterreich, das Abschiedsszenario.

Ob er auf seinen bisherigen Arbeitsplatz zurückkehren wird, hängt von den Vorzugsstimmen ab. „Bei dieser Wahl zählen Persönlichkeiten mehr denn je“, betont VP-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner, „nur bei der Volkspartei entscheidet erstmals auch bei der Europa-Wahl nicht der Listenplatz, sondern die Vorzugsstimme, wer ins Europäische Parlament einzieht.“

Rund ein Monat vor der Wahl startet Mandl unterstützt von 758 Funktionären aus dem Bezirk seinen Intensivwahlkampf. Am Programm stehen Hausbesuche und Verteilaktionen. Auch zahlreiche Plakate werden zu sehen sein. „Allein im Bezirk Korneuburg zählen wir 1.300 Kleinflächen und über 500 Schaukasten-Plakatflächen sowie Transparente und Großflächenplakate“, beschreibt VP-Bezirksgeschäftsführer Simon Schmidt den Aufwand.

„Wenn man die Demokratie liebt, dann muss man auch Ja zum Wettbewerb sagen.“VP-Spitzenkandidat Lukas Mandl über das Vorzugsstimmensystem der ÖVP

Mandl ist nicht nur ein Fan des Parlamentarismus, er findet auch Gefallen am Vorzugsstimmensystem: „Wenn man Demokratie liebt, muss man auch ja zum Wettbewerb sagen“, ist er überzeugt. An Europa schätzt er, „was uns zwei Generationen hinterlassen haben. Das ist besser als das Europa, das wir vorher hatten“, spielt er darauf an, dass Probleme heute von gewählten Abgeordneten und nicht in Form von gewaltsamen Konflikten gelöst werden. Und doch sieht er die EU nicht nur durch die rosarote Brille: „Reguliert ist Europa genug“, meint er und appelliert für „Stärke nach außen, Freiheit nach innen“.

Mandl sitzt seit 2017 im EU-Parlament. Er hat damals das Mandat von der jetzigen Ministerin Elisabeth Köstinger übernommen. Montag bis Donnerstag verbringt er in Brüssel oder Straßburg, am Freitag und am Wochenende ist er in Österreich unterwegs. „Ich vertrete Österreich in der EU und nicht primär die EU in Österreich“, so eine Einstellung. Und was sagt seine Familie – Mandl ist mit der Gerasdorfer VP-Stadträtin Kristina Mandl verheiratet und hat drei Kinder – zu seinem Job? „Ich habe meiner Frau versprechen müssen, dass ich 50 Prozent der Nächte daheim bin“, schmunzelt er.