Erstellt am 10. März 2015, 07:05

von Markus Glück

„Jeder schaut, dass er durchkommt“. Kritik wegen zu wenig Veranstaltungen in der Lenaustadt kontern Gerda Rak-Grübler und Intendant Richard Maynau.

Richard Maynau (r.) und das Stockerauer Straßentheater sind mittlerweile fester Bestandteil der Stockerauer Kulturszene. Foto: Claudia Fuchs/kalerchal 2013  |  NOEN, Claudia Fuchs/kalerchal 2013
„Bei uns in der Stadt ist einfach nichts los“ - mit dieser Aussage löste ein Facebook-User auf der Veranstaltungsseite „Was - Wann - Wo in Stockerau“ heftige Diskussionen aus.

„Im Februar hatten wir mehr als 30 Veranstaltungen“

Einen genauen Überblick über die Aktivitäten in der Stadt hat die Seitenbetreiberin Gerda Rak-Grübler. In mühsamer Kleinarbeit sammelt sie verschiedenste Termine, um diese zeitgerecht den Mitmenschen mitzuteilen.



„Ich glaube nicht, dass bei uns nichts los ist. Alleine im Februar hatten wir mehr als 30 Veranstaltungen. Für den März habe ich bereits jetzt 25 Termine vorgemerkt“, erklärt Rak-Grübler im NÖN-Gespräch. Gleichzeitig betont die Stockerauerin, dass für alle Altersgruppen genügend Aktivitäten angeboten werden. „Egal ob Sport, Theater oder Musik, man kann in der Stadt jedes Wochenende etwas unternehmen“, betont Rak-Grübler.

Der Intendant des Lenautheaters stößt in das gleiche Horn: „In Stockerau ist dermaßen viel los, dass ich manchmal der Ansicht bin, dass es schon zu viel wird.“ Vor allem in den letzten fünf Jahren hat sich das Angebot laut Maynau enorm entwickelt. „Ich glaube, wir schauen da mit einem falschen Blick nach innen“, schmunzelt der Kulturschaffende.

„In Stockerau gibt es Kulturinitiativen, die
kaum eine Chance haben. Ich wünsche mir
mehr Einsatz der Politik.“
Richard Maynau, Intendant

Maynau gibt aber auch zu, dass nicht alles eitel Wonne ist: „Es mangelt an öffentlicher Unterstützung im Kulturbereich. Jeder Einzelne schaut, dass er durchkommt, die Stadt konzentriert sich meist nur auf ihre fixen Events.“

Der Intendant des beliebten Lenautheaters wünscht sich auch abseits der Festspiele ein Bekenntnis der Stadt zu Kultur.

„Es geht mir da weniger um die Frage des Geldes, sondern um das Interesse. Ich muss nur nach Korneuburg schauen, da bekommen die Kulturschaffenden sehr viel Anerkennung“, erklärt Maynau und fügt hinzu: „In Stockerau gibt es gute Kulturinitiativen, die kaum eine Chance haben. Ich wünsche mir mehr Einsatz der Politik und ein klares Bekenntnis.“

Verbesserungspotenzial sieht auch Rak-Grübler, etwa in der Altersgruppe der 16- bis 25-Jährigen: „Da fehlt etwas. Eine klassische Disco gibt es leider nicht, auch die Partys in der Milleniumshalle finden nicht mehr statt.“ Für die Zukunft wünscht sie sich auch, dass sich die Lokale mehr zusammenschließen: „Ein gemeinsamer Überblick über die Events wäre super.“

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