Vier neue Chefs bei den Wehren im Bezirk Korneuburg. Die 81 Freiwilligen-Organisationen des Bezirks wählen im Laufe des Jänners ihre Kommandanten neu.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 30. Dezember 2020 (05:20)

Im Jänner stehen Neuwahlen der Wehren an, am 27. Februar erfolgt die Kür bei Abschnitten und Unterabschnitten sowie in den übergeordneten Instanzen, erklärt Bezirksfeuerwehrkommandant Wilfried Kargl. Große Änderungen bei den übergeordneten Funktionsposten sind laut Bezirksfeuerwehrkommandant Wilfried Kargl nach derzeitigem Stand nicht zu erwarten.

Wegen personeller Änderungen hatte es ja im Abschnitt Korneuburg Anfang 2020 eine Wahl gegeben. Bezirkskommandant-Stellvertreter Wolfgang Lehner aus Langenzersdorf musste sein Amt altersbedingt aufgeben, es rückte Hannes Holzer aus Stetten nach. In zumindest vier Wehren sind aber neue Kommandanten zu wählen.

„Ich habe vor jedem großen Respekt, der sich für die Tätigkeit eines Kommandanten zur Verfügung stellt“, so Kargl. Mit Job und Tätigkeit für die Feuerwehr Stockerau und im Land kommt er im Schnitt auf eine 78-Stunden-Woche.

Altersbedingt zieht sich der Langzeitkommandant von Spillern, Adolf Huber, zurück. „Im März werde ich 65, da muss ich aus dem aktiven Dienst ausscheiden und in die Reserve“, so Huber. Somit scheidet er allerdings auch als Abschnittsfeuerwehrkommandant für die Wahl im Februar aus.

Wer sich der Wahl stellen wird, ist laut Huber noch ungewiss. Die größten Chancen hätten wohl seine Vertreter Alexander Mattausch und Andreas Antony; wer aber tatsächlich nominiert wird, ist noch nicht fix. „Du musst sehr viel Zeit für die Feuerwehr haben und die Familie muss mitspielen“, erzählt er aus der Praxis seiner 27 Jahre als Kommandant. Man habe sehr große Verantwortung, das und den hohen Zeitaufwand wollen junge Menschen laut Huber nicht mehr auf sich nehmen. Die Folge: Manche Wehren hätten Probleme, einen Kommandanten zu finden.

Veränderungen bei FF  Niederrußbach

Große Personalveränderungen wird es bei der Feuerwehr Niederrußbach geben, denn sowohl Kommandant Jürgen Hütt als auch sein Stellvertreter Manuel Lembacher treten nicht mehr an. Beim 38-jährigen Hütt sind gesundheitliche Gründe ausschlaggebend gewesen, „ich kann das Amt nicht so führen, wie ich will“, erklärt er. Nach fünf Jahren als Kommandant und zuvor zwei Jahren als Stellvertreter zieht er einen Schlussstrich. Lembacher, der auch im Gemeinderat sitzt, fehlt die Zeit für die Tätigkeit. „Es wird immer schwieriger, jemanden zu finden, denn das ist ein Amt, das man das ganze Jahr über hat“, so der scheidende Kommandant. Niederrußbach habe aber Glück; mögliche Kandidaten für die Nachfolge gibt es, Namen werden aber nicht verraten. „Ich möchte nicht über ungelegte Eier reden“, zeigt sich Hütt vorsichtig.

In Nursch wird sich Kommandant Ignaz Nagl nicht mehr der Wahl stellen. Nach fast 28 Jahren an der Spitze seiner Wehr ist für den fast 63-Jährigen die Zeit gekommen, sich zurückzuziehen. „Irgendwie ist es eine Erleichterung, wenn die große Last weg ist“, blickt Nagl in seine Zukunft. Namen von möglichen Nachfolgern will er vorerst nicht verraten, „es schaut aber gut aus“. Man habe einige Kandidaten, die finalen Gespräche sind im Laufen.

„Es ist Zeit für eine Veränderung“, erklärt der Noch-Kommandant der Feuerwehr Höbersdorf, Ernst Landrichter. Nach 15 Jahren werde er aus Zeitmangel und privaten Gründen nicht mehr kandidieren, so der 48-Jährige. Wer ihm folgen wird, ist noch nicht fix, „wir haben viele, die sich dafür interessieren“, so Landrichter.

Bis zur Wahl in wenigen Tagen werde in Ruhe der geeignete Kandidat gesucht, es soll nur einen Wahlvorschlag geben. „Wir reden ganz offen“, beschreibt Landrichter die Vorgehensweise in seinem Team. Er nennt auch den Grund für die große Kandidatenauswahl: „Ich habe immer auf die sehr gute und umfassende Ausbildung der Mannschaft geachtet.“ Deshalb verspricht er auch: „Es wird einen Kommandanten geben!“

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