Erstellt am 14. August 2012, 00:00

Freier Blick zum Himmel. STERNSCHNUPPEN / 80 Sterngucker wanderten auf den Leeberg, um einen uneingeschränkten Blick auf die Perseiden zu haben.

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VON DIETER RATHAUSCHER

GROSSMUGL / Wie eine Prozes-sion, aufgefädelt hinter Dr. Günther Wuchterl, Leiter der Kuffner Sternwarte, der zu diesem Ausflug eingeladen hatte, wanderten mehr als 80 Hobbyastronomen vom Gasthof Schillinger aus auf dem Hohlweg hinauf zum Leeberg. Taschenlampen wurden kaum eingesetzt und wenn, dann mit roter Folie abgedeckt, damit sich alle an die Dunkelheit gewöhnen konnten. Nur so ließen sich auch weniger helle Sterne am Firmament entdecken. Wieder einmal konnte man sich davon überzeugen, dass man am Leeberg wirklich die Milchstraße in ihrer ganzen Pracht beobachten kann. Aber diesmal ging es vor allem um das rege Treiben der Sternschnuppen, die an diesem Wochenende zu beobachten waren.

Die Perseiden bestehen aus den Auflösungsprodukten des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Die Erde kreuzt auf ihrer Bahn immer um den 12. August die Staubspur, die dieser Komet im All hinterlassen hat. Die Staubteilchen rasen dabei mit hoher Geschwindigkeit in die Atmosphäre und bringen die Luftmoleküle zum Leuchten. Der scheinbare Ursprung dieses Stroms liegt im namensgebenden Sternbild Perseus.

Hobbyastronomen lernten  Tierkreiszeichen kennen

Viele Besucher kamen auch aus Wien. Karoline Matejcuk: „Das ist schon beeindruckend, weil in Wien sieht man ja kaum noch Sterne und hier sieht man praktisch alle.“ Katharina Grand sprach für eine Gruppe von Studenten: „Wir bleiben bis nach Mitternacht, weil das so beeindruckend ist. Wir sind vom Verein der Kuffner Sternwarte.“

Das Wetter spielte perfekt mit, nicht eine Wolke war zu sehen und so wurde jedes Aufglühen einer Sternschnuppe von „Ah“ und „Oh“ begleitet. Um das Warten ein bisschen aufzulockern, erklärte Dr. Günther Wuchterl im Laufe des Abends die zwölf Tierkreissternbilder und was sonst noch am Himmel zu sehen war. So war beispielsweise der „Iridiumblitz“ zu sehen: Einer der Satelliten aus dem Telekommunikationssystem „Iridium“ zog durch den nordwestlichen Himmelsteil, und sein großer Parabolspiegel blitzte für einen kurzen Augenblick im Sonnenlicht auf.

Einige Besucher hatten auch ihre Teleskope mitgebracht und nutzten den klaren Himmel zur Beobachtung von Sternen.

Für diejenigen, die bis Mitternacht ausgeharrt hatten, gab es dann noch Muffins vom Gasthof Schillinger.