Die Wirte im Bezirk Korneuburg können aufatmen. Die Gäste kommen wieder zurück, die Kontrollen sind lästig, aber problemlos. Nur Personalsuche ist eine Herausforderung.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 28. Juli 2021 (04:52)
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Im Rathauscafé Korneuburg nehmen Mitra Haydari und Geschäftsführer Michael Schödl auch bei Gast Dagmar Stummer den „3G-Check“ ganz genau.
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Seit gut zwei Monaten haben die Wirte wieder geöffnet. Die NÖN hat nachgefragt, wie es mit Kontrollen und Gästeinteresse aussieht.

„Die von Gas tro-Obmann Mario Pulker geforderte Impfpflicht würde sicher alles einfacher machen“, ist Gerhard Knobl vom Lokal Goldenes Bründl in Oberrohrbach überzeugt. Als Vertrauensobmann der Gastronomie ist ihm aufgefallen, dass manche Berufskollegen es mit 3G-Kontrollen nicht allzu genau nehmen. „Sie wollen den Gästen etwas Gutes tun, schaden sich aber nur selber“, warnt Knobl. Ohne Kontrollen verlieren Gäste das Vertrauen in den Wirt.

Laut Knobl ist der Geschäftsgang in der gehobeneren Gastronomie nahezu auf dem Niveau von 2019, „einfachere Betriebe kämpfen aber noch um Gäste.“ Probleme ortet der Gastro-Sprecher allerdings beim Personal: „Betriebe, die es sich nicht leisten konnten, ihr Personal zu halten, haben es zum Teil verloren.“ Denn sechs Monate Arbeitslosigkeit hätten viele Kellner und Küchenpersonal dazu gebracht, in andere Berufe zu wechseln.

Im Goldenen Bründl läuft laut Knobl alles wieder normal. Auch Familienfeiern werden mehr gebucht, als angenommen werden können. Lob gibt es für die Gäste: „Die meisten haben den Ausweis beim He reinkommen schon in der Hand.“ Kontrollen und Regis trierungen seien lästig, aber zügig zu bewältigen.

„Das Geschäft läuft normal“, freut sich Michael Schödl, Geschäftsführer vom Rathauscafé in Korneuburg. Allerdings kämpft er mit Personalproblemen; aktuell wird ein Kellner gesucht, Interessenten gibt es kaum. Zwei Kellner hatten sich vorgestellt, zum Probetag sind sie aber nicht erschienen.

Anstrengend ist die Kontrolle der Gäste auf der leicht zugänglichen Terrasse. Das Personal lässt aber niemanden durchschlüpfen, wie auch ein NÖN-Mitarbeiter erfahren hat, der seinen Impfpass aus dem Auto holen musste. „Ich lasse mich da auf nichts ein“, so Schödl. Allerdings würden die meisten Gäste ihr Zertifikat unaufgefordert zeigen. Völlig problemlos und ohne Mehraufwand gestaltet sich dafür die Registrierung,

„Gäste kommen, aber es läuft halt alles eher vorsichtig an“, schildert Erika Bischof den Andrang in der Dorfschenke in Oberzögersdorf. Feiern sind allerdings erst wieder ab September angesagt – sofern es die Covid-Maßnahmen dann zulassen. Egal ob Reinigungskraft, Küchenhilfe oder Servicekraft, Personal ist äußerst schwer zu finden. „Damit werden wir wohl leben müssen“, so Bischof. Auch bei ihr funktioniert die 3G- Eingangs kon trolle zu 99 Prozent gut. Bischof: „Die meisten unserer Gäste sind schon zweimal geimpft und auch die Getesteten zeigen gleich die Testberichte.“

Im Gasthaus Konrad in Stockerau lässt Wirt Norbert Wolf die Gäste an der Türe zum Gastgarten kontrollieren. Wer die 3G-Regel nicht erfüllt, kann „über die Gasse“ bestellen. Die Kontrolle sei unproblematisch, „die Leute akzeptieren das“, so Wolf. Weniger Freude hat er mit der Registrierungspflicht. „Da wird die Verantwortung auf die Wirte abgewälzt und du belästigst damit die eigenen Gäste!“ Und gerade die kommen ohnedies nicht so zahlreich wie erhofft. „Ich warte noch auf den Ansturm“, sagt Wolf, denn zu heißes Wetter oder Regen sind Gift für das Ausflugsrestaurant.

Noch nicht geöffnet hat in Stockerau „Gasthuber’s Restaurant und Bühne“, Essen kann abgeholt oder geliefert werden. „70 Prozent unserer Gäste sind zwischen 65 und 85 Jahre alt, die gehen nicht außer Haus“, erklärt Ulrike Gasthuber. Geplant ist aber, dass mit Anfang September wieder normal geöffnet wird. „Wir haben auch schon sehr gutes Personal beisammen. Allerdings zahlen wir auch über dem Kollektivvertrag“, so Gasthuber.

Das größte Standbein wäre der Veranstaltungsbetrieb, der ruht allerdings noch auf unbestimmte Zeit.

Beim B6-Road-Pub in Tresdorf gibt es bereits Veranstaltungen, „und sie sind im Schnitt eine Woche vorher schon ausreserviert“, erklärt Chef Bernd Groiß. Das Geschäft läuft mittlerweile fast besser als vor dem ersten Lockdown. „Wir waren aber stets für unsere Gäste da, das Essen konnte abgeholt werden“, nennt der Wirt den Grund für die enge Kundenbindung. Diese Bindung gilt auch für das Personal, niemand wurde gekündigt. Einziger Wermutstropfen: Aktuell wird eine Küchenhilfe gesucht, das Interesse dafür scheint sehr gering zu sein.

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