Gastwirten reicht es. STOCKERAU / Die Verordnung wurde aufgehoben, die Gastgärten müssen wieder um 22 Uhr schließen. Gastwirte sagen den Kampf an.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 11. Februar 2014 (23:59)
NOEN, Dieter Rathauscher
Wieder aufgehoben wurde die Verordnung für die Gastgärten. „Das ist eine Zumutung“, finden die Gastronomen. Archiv
Von Michaela Höberth

Das Thema sorgte schon mehrmals für Furore: 2006 wurde eine Verordnung erlassen, dass die Gastgärten anstatt bis 22 Uhr bis 24 Uhr geöffnet haben dürfen. Diese löste sich jedoch in Luft auf - ohne das Wissen der Gastronomen. Erst als im Vorjahr die Nach(t)konzerte der Festspiele abgehalten wurden und es Beschwerden von Bürgern gab, entdeckte man den Trugschluss. Es wurde rasch reagiert und seitens der Gemeinde eine neue Verordnung erlassen. Diese besagt, dass die Gastgärten im Zeitraum von 1. Mai bis 30. September von 8 bis 24 geöffnet bleiben dürfen. Am 23. Jänner jedoch wurde diese Verordnung wieder aufgehoben.

„Bei schönem Wetter will keiner drinnen sitzen“

„Wir haben vom Land keine Zustimmung bekommen“, erklärt SPÖ-Bürgermeister Helmut Laab. Dieses ist für die aufsichtsbehördliche Genehmigung zuständig. Es wird von der Gemeinde gefordert, das Gebiet, in dem die Regelung gelten soll, erneut zu prüfen. Die Standorte müssen hinsichtlich Faktoren wie des Bedarfs oder der Frage, ob Anrainer dadurch erheblich gestört werden könnten, geprüft werden.

NOEN, Dieter Rathauscher
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Den Gastronomen der Stadt hingegen reicht es nun endgültig. Sie wollen sich zusammenschließen und für längere Öffnungszeiten kämpfen. „Bei schönem Wetter will keiner drinnen sitzen“, weiß Veggie-Bräu-Chefin Christa Böhm aus Erfahrung. Vor allem zur Zeit der Festspiele sind die kurzen Öffnungszeiten ein Problem. „Die Vorstellung läuft bis 22.30 Uhr. Bevor sich die Leute dann ins Lokal setzen, gehen sie lieber in ihren eigenen Garten“, so Böhm. Auch für Franz Ihm vom Café Ihm ist die Regelung eine Unzumutbarkeit: „Das ist ein Krampf. Und es ist unangenehm für uns, die Gäste ins Lokal zu treiben“, schüttelt er den Kopf.