Handarbeit mit Tradition: Klöppel-Kurse im „Wollpferd“. Die Europäische Union möchte das Klöppeln weiter verbreiten.

Von Manfred Mikysek. Erstellt am 16. September 2019 (01:46)
Mikysek
Kursleiterin Gertrude Cvach zeigte Vizebürgermeisterin Helene Fuchs-Moser die Kniffe beim Klöppeln. Die Kursteilnehmer Linda Kaindl, Hermine Suchanek, Brigitte Kürsten, Sonja Strecker von „Wollpferd“ und Sonja Urban haben viel Spaß bei der historischen Handarbeit, die von der EU gefördert wird.

Vor einem Jahr eröffnete die passionierte Reiterin Sonja Strecker ihr Wollgeschäft „Wollpferd“ in der Stockerauerstraße. Neben der Auswahl und Beratung zum Thema Wolle, Stricken, Häkeln und vielem mehr hat Strecker ein weiteres Angebot: Hinter dem Verkaufsraum, im freundlich eingerichteten Zimmer mit Blick in den Garten, werden Klöppel-Kurse abgehalten.

Seit einem Jahr treffen sich regelmäßig lernfreudige Kursteilnehmerinnen, um unter der Leitung von Gertrude Cvach das Handwerk zu lernen und auszuüben. Nach alten Mustern werden Lesezeichen oder kleine Ziergegenstände in Form von Äpfeln oder Birnen gefertigt. Einfach war es für Cvach nicht, Fördermittel im Rahmen der Erasmus-Programme der EU für die Kurse zu erhalten.

Diese Klöppelspitzen galten in der Vergangenheit als eine der anspruchsvollsten Handarbeiten und wurden in ganz Europa in verschiedenen Techniken und Stilen verbreitet. Klöppeln wurde über Generationen - von der Mutter an die Tochter - unter Wahrung der Geheimnisse dieser Handarbeit, weitergegeben. Das Erasmus-Projekt „BOBBIN LACEE“ soll die Bedeutung und den historische Wert der Klöppelspitze hervorheben und ein europäisches Netzwerk der Zusammenarbeit aufbauen. Neben Österreich sind Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien und die Tschechische Republik an dem Projekt beteiligt.

Vizebürgermeisterin Helene Fuchs-Moser besuchte den Kurs und war von den Fingerfertigkeiten der Teilnehmerinnen ebenso beeindruckt wie von der hervorragenden Stimmung bei der anspruchsvollen Tätigkeit mit immerhin 15 Paar Klöppeln.