Neustart für den Stockerauer VS-Ausbau. Stadt wird das Projekt neu ausschreiben. Die bereits investierten 600.000 Euro sind verloren.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 26. Februar 2020 (04:07)
Alles auf Anfang: Die Container-Lösung für die Volksschulen dauert noch an, denn das Ausbau-Projekt wird neu ausgeschrieben.
Sturm

Die Würfel sind gefallen: Im nicht-öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung vergangene Woche wurde mehrheitlich beschlossen, die alten Planungen für den Volksschulausbau zu verwerfen und das Projekt neu auszuschreiben.

Eine lange Vorgeschichte geht dieser Entscheidung voraus: Die ursprünglichen Pläne wurden bereits im Frühjahr 2017 noch unter der SPÖ präsentiert, 2019 sollte der Zubau inklusive einer Verbindungsbrücke fertiggestellt sein. Vor den Neuwahlen im Vorjahr wurde das Projekt vom damaligen interimistischen SPÖ-Bürgermeister Othmar Holzer gestoppt; die angebotenen Kosten für die wichtigsten Gewerke lagen weit über den Planungen, das Vorhaben wurde für die Stadt unleistbar. Der Versuch der neuen Stadtregierung, das Projekt neu aufzustellen, scheiterte jedoch.

Ohne Kehrseite lässt sich die Entscheidung nicht umsetzen

„Leider haben unsere Bemühungen der letzten Monate keinen Erfolg gebracht“, so ÖVP-Stadtchefin Andrea Völkl, die in einer Neuplanung aber auch Vorteile sieht: „Wir werden die Chance durch eine neue Projektierung nutzen, die alten Schulgebäude thermisch zu sanieren. Nur wenn wir den gesamten Volksschulkomplex und in weiterer Folge den Schulcampus mitdenken, sind wir fit für die Zukunft“, ist sie überzeugt. Sie will eng mit den Direktorinnen, dem Lehrkörper und der Elternvertretung zusammenarbeiten, um „eine Schule zu bauen, die für unsere Kinder den bestmöglichen Raum für Lernen und Entwicklung darstellt.“

Ohne Kehrseite lässt sich diese Entscheidung jedoch nicht umsetzen: Die rund 600.000 Euro, die bereits in das alte Projekt geflossen sind, sind für die Stadt verloren. Umso mehr gilt es nun, keine Zeit zu verlieren; das Projekt wird neu ausgeschrieben, die Vorbereitungen dazu laufen laut Völkl bereits. Auch die Fachabteilung des Landes für entsprechende Förderungen wurde informiert: „Das neue Projekt wird eingereicht und die Fördermittel werden neu berechnet“, erklärt Völkl.

Grüne fordern nun Leitbild für gesamten Campus

Für die FPÖ war schon im Vorfeld klar: Ein Neustart des Zubau-Projekts ist der richtige Weg. „Wir haben dem Konzept einer Neuausschreibung zugestimmt. Wir nehmen damit unsere Verantwortung wahr und stoppen ein Projekt, das unsere Steuerzahler viel Geld gekostet hätte“, so FPÖ-Stadtrat Herbert Pohl. Wie es zu den Verlusten im Rahmen der alten Planungen kam, muss für ihn aufgeklärt werden.

Die Grünen wollen nun ein Leitbild für den gesamten Schulcampus festlegen. „Und der dringend erforderliche Turnsaal für die Neuen Mittelschulen muss beim Projekt-Neustart unbedingt mit berücksichtigt werden“, betont Grünen-Stadtrat Dietmar Pfeiler.

Der Stimme enthalten hat sich in der Diskussion die SPÖ: „Die Verantwortung liegt bei der Bürgermeisterin. Mehr sage ich nicht dazu“, hält sich SPÖ-Vizebürgermeister Othmar Holzer bedeckt. Ärger gab es bei SPÖ und Grünen darüber, dass die Diskussion im nicht-öffentlichen Teil behandelt wurde. Ein Antrag der Grünen, die Debatte öffentlich abzuhalten, blitzte ab. Die Begründung der ÖVP: Namensnennungen und Informationen, die unter den Datenschutz fallen, wären unvermeidlich gewesen.