Vierfache Kampfansage an die Langenzersdorfer ÖVP. Die ÖVP hat diesmal gleich vier Herausforderer, die ihr Mandate abspenstig machen wollen.

Von Bernhard Preineder. Erstellt am 16. Januar 2020 (11:28)

Zum Status quo: Die ÖVP hält 21 Mandate, vier die SPÖ, sechs die Grünen und zwei die FPÖ. Während die ÖVP nur langsam die Niederlage beim Postverteilerzentrum verdaute, zerriss sich die SPÖ beinahe selbst. Die Fraktionäre sagten sich nach Differenzen mit dem Vorstand von der Partei los und agierten als „wilde Abgeordnete“. Friedrich Kellinger von der FPÖ zog sich aus der Politik zurück, an seine Stelle tritt nun Othmar Vytlacil. Die Grünen setzen auf ihre bewährten Themen und fühlen sich im Aufwind. Neu sind die Neos.

Für ÖVP-Bürgermeister Andreas Arbesser ist klar: „Wir wollen das Ergebnis der letzten Wahl noch toppen.“ Punkten will man mit den Themen Bürgernähe, Familienfreundlichkeit und einem Schärfen des Umweltbewusstseins.

Ähnlich optimistisch gehen die Grünen in die Wahl. Clubobfrau Waltraud Stindl erhofft sich acht Mandate, also zwei mehr als 2015. Sechs oder sieben hält sie für realistisch. Sie begründet das mit der erfolgreichen Themenführerschaft in den letzten Jahren, sprich Klima-, Umwelt- und Naturschutz.

Zusammenarbeit als das oberste Prinzip

Trotz der turbulenten Ereignisse innerhalb der SPÖ erwartet sich Obmann Wolfgang Motz einen Mandatszugewinn: „Wir werden auf das fehlende strategische Gesamtkonzept der Gemeindeentwicklung für die nächsten 20 Jahre hinweisen und die vielen unkoordinierten und teuren Gemeinderatsbeschlüsse der schwarz-grünen ‚Wohlfühlallianz‘ anprangern.“ Mit Othmar Vytlacil geht die FPÖ mit nur einem einzigen Kandidaten ins Rennen. Dementsprechend bescheiden ist die Erwartungshaltung: „Einzug in den Gemeinderat. Ein Mandat sollte sich ausgehen“, so Vytlacil. Sollte das gelingen, so will er ein wachsames Auge auf die sinngemäße Verwendung von Steuergeldern haben.

Erstmals kandidieren die NEOS. Obmann Walter Weiss absolvierte in den letzten Wochen ein wahres Mammutprogramm, um der Bevölkerung Gusto auf seine Partei zu machen. „Wir erhoffen uns mehr als drei Mandate, realistisch gesehen sind zwei Mandate drinnen“, glaubt Weiss, der auf ein nachhaltiges, transparentes und lebenswertes Langenzersdorf mit innovativen Verkehrskonzepten, Verringerung der Schließtage in der Kinderbetreuung und Ausweitung der Öffnungszeiten in den Kindergärten setzt.

Einig sind sich alle Parteien darin, dass man niemanden ausgrenzen und im demokratischen Sinne sowie in jenem der Bevölkerung mit jedem zusammenarbeiten will, obwohl sich das bei Grünen-Kandidatin dann so anhört: „Bei der FPÖ hält sich die Begeisterung aber in Grenzen.“