Teuerung: Korneuburg will Mieten „einfrieren“

Erstellt am 22. Juni 2022 | 05:33
Lesezeit: 3 Min
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Vizestadtchefin Helene Fuchs-Moser rät, auch das eigene Einsparungspotenzial zu überdenken.
Foto: privat
Im Kampf gegen die Teuerung ist geplant, den Richtwertmietzins auszusetzen. 1.500 Menschen würden davon profitieren.
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Die Teuerung – befeuert durch den Krieg in der Ukraine – betrifft alle, besonders aber jene, die sich schon in „normalen“ Zeiten jeden Bissen Brot absparen mussten. „Und das wird sich sogar noch verschlimmern“, vermutet die Vorsitzende des Sozialausschusses Vizebürgermeisterin Helene Fuchs-Moser (ÖVP). Sie ist auch für die Gemeindewohnungen und das Personal zuständig und hat somit einen umfassenden Überblick über die derzeitige Situation.

„Wir spüren es bereits, aber noch ist die Lage nicht dramatisch“, zeichnet sie ein Bild von der momentanen Situation bei den Gemeindewohnungen. Sie hätte aber wahrgenommen, dass sich immer mehr Bewohner an sie wenden, da viele mit Schwierigkeiten zu kämpfen hätten, die Mieten zu begleichen. Entwarnung kann sie leider nicht geben, ganz im Gegenteil: „Ich befürchte, dass das ganze Ausmaß der Teuerungen erst im nächsten Jahr, bei den Jahresabrechnungen, zu spüren sein wird.“

Wie kann die Stadt also den Leuten unter die Arme greifen? Fuchs-Moser verweist auf den erhöhten Heizkostenzuschuss und auf die nächste Gemeinderatssitzung am 29. Juni, bei der unter anderem die Mieten auf der Tagesordnung stehen. „Wir werden die Aussetzung des Richtwertmietzinses beantragen“, erklärte sie gegenüber der NÖN. Dieser wird üblicherweise alle zwei Jahre an die Inflation angepasst. Statt 6,31 Euro pro Quadratmeter, wie eigentlich vorgesehen, bleibt er bis auf Weiteres bei 5,96 Euro pro Quadratmeter eingefroren – und das zumindest so lange, bis der Gemeinderat wieder grünes Licht für eine Erhöhung gibt. „Je nach der dann herrschenden Situation“, wie Fuchs-Moser erklärte.

Zehn Prozent wohnen in Gemeindewohnungen

Derzeit verfügt die Stadt über 480 Gemeindewohnungen, in denen rund 1.500 Menschen wohnen, also gut zehn Prozent der Stadtbevölkerung. „Wir sind hier sehr ambitioniert“, betonte Fuchs-Moser, die ihr erklärtes Ziel definiert: „Im Laufe der nächsten Jahre sollten alle Gemeindewohnungen auf Kategorie A, also energiefreundlich, hochgerüstet werden. Nur dort, wo es gesetzlich und bautechnisch nicht möglich ist, wird Kategorie B als Höchststandart angestrebt.“ Zur Erklärung: Je nach Ausstattung gibt es mit A, B, C und D insgesamt vier Kategorien.

Es läge aber auch an jeden Einzelnen, sein Einsparungspotenzial zu überdenken. „Man braucht nur auf die Straßen zu schauen. Da fahren trotz der exorbitanten Spritkosten noch immer viele alleine im Auto – und das, obwohl Korneuburg eine Stadt der kurzen Wege ist“, gibt sie zu bedenken und verweist auf die zahlreichen Möglichkeiten wie E-Bikes, E-Scooter oder Leihfahrräder, die es hier an allen Ecken und Enden zu günstigen Konditionen zum Ausborgen gibt. Dazu wurde jetzt auch noch der Vertrag mit den IST-Taxi verlängert.

So ein umfangreiches Angebot gäbe es bei Weitem nicht in allen Gemeinden bzw. Städten, gibt die Vizebürgermeisterin zu denken.

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