Fairtrade-Tour: „Ohne Gespräch tut sich nichts“

Erstellt am 23. Juni 2022 | 18:15
Lesezeit: 3 Min
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Hießen Fairtrade-Biker Thomas Wackerlig (2.v.l.) willkommen: Grünen-Gemeinderat Christian Koza, Pfarr-gemeinderätin Anna-Maria Hübscher, Paul Mazal und ÖVP-Gemeinderätin Margarete Insam-Polleros.
Foto: Hehle
Im Zuge einer Fahrradstaffel wurde die Fairtrade-Gemeinde Gerasdorf an ihre Auszeichnung erinnert und mit neuem Wissen und Schokolade versorgt.
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Bei strömendem Regen wurde kürzlich ein besonderer Gast erwartet: Der Fairtrade-Gemeindeberater Thomas Wackerlig besuchte im Zuge der Fair-Bike-Tour 2022 Gerasdorf mit seinem Fahrrad. Pandemie-bedingt war Wackerlig vor zwei Jahren auf das Fahrrad umgestiegen, um die Fairtrade-Idee anstatt mit großen Events lieber auf umweltfreundlichem Wege zu promoten. Im Gepäck: faire Schokolade und eine Botschaft zum gerechten Handel.

Die Initiative Fairtrade zeichnet nicht nur Produkte aus, die nachhaltig und fair produziert wurden, sondern auch Gemeinden. Gerasdorf ist eine von rund 200 Gemeinden in Österreich und wurde 2019 ausgezeichnet. Daher war die Stadt einer der 24 ausgewählten Orte, die Wackerlig auf seiner zehntägigen Radtour besuchte und an ihre Aufgaben erinnerte. Empfangen wurde der sportliche Gast von Fairtrade-Arbeitskreis-Mitglied Paul Mazal, Gemeindevertretern sowie der zweiten Klasse der Mittelschule Gerasdorf.

Supermärke und Gasthäuser sollen mitziehen

Zertifizierte Gemeinden müssen gewisse Kriterien erfüllen. So bekommt man im Gerasdorfer Rathaus Fairtrade- Kaffee und -Säfte zu trinken. Ziel ist auch, dass Supermärke und Gasthäuser fair produzierte Lebensmittel in ihr Sortiment aufnehmen. Laut Gemeinderat Christian Koza haben die Geschäfte ihr Sortiment bereits erweitert, doch derzeit werde nur in einem Gerasdorfer Restaurant auf die Verwendung von fair zertifizierten Lebensmitteln geachtet.

Daher appelliert Paul Mazal an die anwesenden Schüler: „Wenn ihr in Gerasdorf in ein Gasthaus geht, dann schaut in die Speisekarte, bei welchen Getränken das Fairtrade-Logo drauf ist. Wenn ihr nichts findet, könnt ihr gerne beim Gastwirt nachfragen, warum er das nicht anbietet. Ohne Gespräch tut sich nichts.“ Auch muss die Gemeinde regelmäßig für die Initiative werben und die zertifizierten Produkte in Einrichtungen wie der Pfarre oder Schulen verfügbar machen.

In Kapellerfeld wird daher schon seit einigen Jahren von zwei engagierten Schülerinnen zweimal im Monat ein Fairtrade-Verkauf nach dem Sonntagsgottesdienst veranstaltet, erzählt Mazal. Die Oberlisser Pfarrgemeinderätin Anna-Maria Hübscher ist begeistert: „Ich möchte für die Pfarre, dass wir das auch verkaufen. Da müssen wir schauen, dass wir auch ein paar Jugendliche finden.“

Bei den Schülern wurde durch den Besuch von Thomas Wackerlig das Interesse für Fairtrade geweckt. So erzählt die zwölfjährige Nadine, dass sie das Logo der Initiative bisher nur vom Kauf von Bananen kannte, aber nun beim Einkauf eher auf fair produzierte Lebensmittel achten würde.

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