Kläranlage & Wirtschaftshof: Start für Großprojekt. Gerasdorf: Die neue Kläranlage soll 9,5 Millionen Euro kosten, der Wirtschaftshof 5,5. Der gemeinsame Standort bringt Synergien.

Von Julia Winter. Erstellt am 16. September 2020 (03:40)
In der Fabriksgasse 7a südlich des Marchfeldkanals werden bis 2022 die Kläranlage und der neue Wirtschaftshof realisiert.
Stadtgemeinde

Mit einem Investment von rund 15 Millionen Euro startet das größte einstimmig beschlossene Bauprojekt in der Geschichte von Gerasdorf. Eine eigene Kläranlage und ein neuer Wirtschaftshof werden realisiert.

„Trotz der Coronakrise steigt Gerasdorf bei Wien nicht auf die Investitionsbremse“, kündigt SPÖ-Bürgermeister Alexander Vojta das Großprojekt an. Grund für den Bau der rund 9,5 Millionen Euro teuren Kläranlage sind die stetig steigenden Kanalgebühren, die trotz mehrjähriger Verhandlungen mit der Stadt Wien nicht gesenkt werden konnten.

Inbetriebnahme 2023 geplant

Der Wirtschaftshof, der nicht mehr dem geforderten Standard entspricht, wird ebenso neu errichtet und mit 5,5 Millionen Euro budgetiert. Mit einer Inbetriebnahme der beiden Projekte kann Mitte 2023 gerechnet werden.

Seit den 1970er-Jahren wird das Abwasser von Gerasdorf ins Kanalnetz der Stadt Wien geleitet. Knapp zwei Drittel der Abwassergebühr entfallen auf die Abwasserbehandlung, wobei weitere Rückzahlungen für das gemeindeeigene Kanalsystem und die Betriebskosten für die aufwendige Abwassersammlung anfallen. Dementsprechend hohe Kosten für die Abwasserentsorgung sind die Folge. Die Errichtung einer eigenen Kläranlage wäre die beste Lösung für eine Senkung der Gebühren. „Die versprochene Reduktion der Kanalgebühren wird direkt an die Gerasdorfer weitergegeben“, verspricht Vojta. Damit die Anlage dem stetigen Wachstum der Gemeinde standhält, wurde sie von Projektplaner Kiril Atanasoff-Kardjalieff auf bis zu 25.000 Einwohner ausgelegt.

Auch der Wirtschaftshof steht in den Startlöchern. Dieser befindet sich derzeit noch in der Scheunenstraße und platzt aus allen Nähten. Das neue Gebäude wird mit Büroflächen, Lager und Werkstatt, Fahrzeughallen für 13 Fahrzeuge und Sozialräumen ausgestattet und soll Platz für bis zu 40 Mitarbeiter bieten. Auch Kläranlagenwärter werden ihre Arbeit von dort aus verrichten können.