„Öffentlicher Verkehr in Ernstbrunn ist Katastrophe“. Vier Kandidaten schicken die Grünen für die Gemeinderatswahl ins Rennen. An oberster Stelle steht für sie der Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel und Radwege.

Von Stefanie Schmid. Erstellt am 13. Januar 2020 (03:46)
Elisabeth Gabriel und Recep Bektas stehen auf den ersten beiden Plätzen der neuen Liste.
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Mit dem Koalitionsabkommen der türkis-grünen Bundesregierung im Rücken treten die Grünen in Ernstbrunn am 26. Jänner zur Gemeinderatswahl an. Bisher waren sie mit einem Mandatar, Recep Bektaş, im Gemeinderat vertreten. Im Jänner werden neben Bektaş drei weitere Personen auf der Liste zu finden sein, nämlich Elisabeth Gabriel, Sabine Payr und Helmut Beckmann.

Die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs in der Gemeinde hat bei den Ernstbrunner Grünen oberste Priorität. „Der öffentliche Verkehr in Ernstbrunn ist katastrophal“, erläutert Bektaş seine Sicht. Er fordert sichere Radwegverbindungen in allen Katastralgemeinden und weist auf etliche Straßenstellen hin, die für Fußgänger und Radfahrer gefährlich sind. „Man hat Angst, die Kinder in die Schule zu schicken. Den Ausbau der Radwege müssen wir in der nächsten Periode schaffen“, setzt sich Bektaş als Ziel.

Einig sind sich alle Parteien, dass die Bahnverbindung zwischen Korneuburg und Ernstbrunn für den Pendlerverkehr freigegeben werden sollte. „Der Zug muss kommen! Er darf aber nicht in privaten Händen bleiben“, so Bektaş. Auch eine 30-km/h-Beschränkung für Lkw in der Nacht steht auf dem Forderungsplan der Grünen.

Weiters will Gabriel mehr kulturelle Angebote und Räume für Jugendliche. „Das Kulturelle ist ein Stiefkind in Ernstbrunn“, meint sie. Auch die Ortskernbelebung gehöre mit Nahversorgern vorangetrieben. „Immer mehr Geschäfte schließen“, schildert Gabriel.

Im Umweltbereich möchten sich die Grünen für eine giftfreie Gemeinde einsetzen. Im politischen Prozess wünschen sie sich mehr Transparenz und ein offeneres Klima im Gemeinderat, wo „Gemeinderäte keine Marionetten sind, sondern mehr Eigeninitiative zeigen“, so Bektaş, der mit seinem Team auch auf eine höhere Frauenquote im Gremium hofft.