17-Jährige mit Fotos erpresst: „Eine riesige Sauerei“. Aus Angst, dass freizügige Bilder ins Netz gestellt werden, tat 17-Jährige unter Tränen und Schmerzen, was Chat-Partner verlangte.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 09. August 2018 (05:00)
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Er sei Leiharbeiter und der Job habe ihn ins Weinviertel geführt, erzählt der heute 23-jährige Vorarlberger dem Schöffensenat. Er habe in Hagenbrunn ein Quartier bezogen und in seiner Freizeit im Netz nach einem weiblichen Kontakt gesucht. Dass die auserwählte Chat-Partnerin 17-jährig gewesen ist, will er nicht gewusst haben, behauptet er.

„Es ist nicht verboten, ein Auge auf eine 17-Jährige zu werfen. Entscheidend sind Ihre folgenden Handlungen“, entgegnet Richter Helmut Neumar, und er sieht in der Vorgehensweise des Arbeiters, der naiven Chatpartnerin nach harmloser Plauderei freizügige Fotos zu entlocken und damit dann Druck auszuüben, eine gezielte Masche. Um das rücksichtslose Agieren des Angeklagten aufzuzeigen, liest der Richter einige Passagen aus dem sichergestellten Chat-Verlauf des Arbeiters mit dem Teenager vor.

„Sie haben Naivität rücksichtlos ausgenutzt“

Der Arbeiter errötet sichtlich beschämt, als er hören muss, wie er damals im rüden Befehlston die 17-Jährige anwies, Bilder von sexuellen Handlungen anzufertigen und ihm zu übersenden.

Dass das Mädchen weinte und über Schmerzen klagte, war ihm „völlig egal“ wie Anklägerin Gudrun Bischof harsch anmerkte: „Sie verlangten sogar ein Lächeln von dem Mädchen.“

„Sie haben die Naivität und Ängste der 17-Jährigen vor einer Bloßstellung rücksichtlos ausgenutzt“, spricht der Richter von einer „riesigen Sauerei“ des damals 22-Jährigen, die erst mit einer Anzeige des Mädchens ein Ende nahm, als er ein persönliches Treffen verlangte.

Für den bislang unbescholtenen Arbeiter setzt es zehn Monate auf Bewährung und 9.000 Euro Geldstrafe. Rechtskräftig.