Aus für Buschenschank: „Ist alleine nicht zu schaffen“

Erstellt am 18. November 2022 | 05:11
Lesezeit: 2 Min
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Martina Böhm am letzten Tag des Heurigenbetriebs vor dem 300 Jahre alten Gebäude in der Schlossgasse.
Foto: Manfred Mikysek
Personalmangel, Teuerung und immer neue Regeln führten zur Schließung des Buschenschanks Böhm in Hagenbrunn.
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Vorab, es ist kein Scherz, auch wenn zu Faschingsbeginn die Vermutung nahe liegt: Am 11. November war der letzte Tag der Ausschank im Heurigen der Familie Böhm in der Schlossgasse.

Vier Generationen führte die Familie die Buschenschank im Zentrum der Marktgemeinde, nun haben Karl und Martina Böhm das Ende ihres Heurigenbetriebs beschlossen. Akuter Personalmangel, die extreme Teuerung der Energiekosten (speziell beim Gas für die Heizung) sowie immer neue Vorschriften der Behörden haben sie bewogen, einen Schlussstrich zu ziehen.

„15 Jahre habe ich mein Leben, meine Energie in den Betrieb investiert. Im Frühjahr wurden neue Heurigentische und Bänke für den lauschigen Gastgarten mit Altbaumbestand angeschafft“, schildert Martina Böhm. Doch dann kam alles anders als geplant. „Zuletzt habe ich das Büfett und den Service wegen Personalmangel alleine geführt, und da unsere langjährige Küchenhilfe in Pension geht, ist es alleine nicht zu schaffen“, begründet sie den Entschluss.

Was wird mit dem Haus passieren?

Wie es mit der Liegenschaft und den zum Teil 300 Jahre alten Gebäuden weitergehen soll, ist noch offen. Dass sich ein Nachfolger für eine Gastronomie „in Zeiten wie diesen“ leicht findet, glaubt Böhm jedenfalls nicht. Der Verkauf von Möbel, Inventar und Geräten hat schon begonnen.

Der Weinbaubetrieb wird von Karl Böhm mit dem Ab- Hof-Verkauf der Weine weitergeführt. Die persönliche berufliche Zukunft von Martina Böhm ist unklar.

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