Corona grassiert im Post-Zentrum. Behörde testet nun alle rund 300 Mitarbeiter und ordnete Maßnahmen an.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 13. Mai 2020 (04:13)
Im Postverteilerzentrum Hagenbrunn breitet sich das Virus rasch aus. Alleine bis Montag gab es 29 positive Testergebnisse.
Mikysek/Archiv

Im Paketzentrum der Österreichischen Post grassiert das Coronavirus. Von den rund 300 Beschäftigten wurden bis zu diesem Montag 29 positiv auf Covid-19 getestet, bestätigt Franz Klingenbrunner von der Landesamtsdirektion des Landes NÖ. Weitere Tests seien noch im Gange, „alle Mitarbeiter des Postverteilerzentrums Hagenbrunn werden getestet“, erklärt Klingenbrunner. 22 der infizierten Personen stammen aus Wien, sieben Erkrankte aus Niederösterreich.

Die Bezirkshauptmannschaft Korneuburg stehe in ständigem Kontakt mit dem Gesundheitsdienst (MA 15) der Stadt Wien und der Post, betont man vonseiten des Landes NÖ. Ob vorab genug für den Schutz der Mitarbeiter im Verteilerzentrum getan wurde, konnte Klingenbrunner nicht beantworten.

„Unsere Mitarbeiter wurden bereits vor mehreren Wochen mit Schutzmasken, Desinfektionsmitteln und Handschuhen ausgestattet“, betont Post-Sprecher Markus Leitgeb. Außerdem handle es sich bei dem neuen Logistikzentrum um eine große Anlage, die es entsprechend ermögliche, den erforderlichen Sicherheitsabstand einzuhalten, führt er aus.

Briefe und Pakete nach wie vor sicher

Dennoch hat die Behörde dem Betrieb aufgrund der positiven Fälle Verhaltensmaßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter vorgeschrieben. Es handelt sich dabei um Hygienemaßnahmen, die auf Grundlage der allgemeinen Bestimmungen der Verordnungen und im Hinblick auf den Mitarbeiterstand und den Betriebsablauf weiter konkretisiert wurden, wie Aufzeichnungs- und Übermittlungspflichten, Kontrollaufgaben sowie Desinfektionsmaßnahmen.

Dass Gefahr für die Post-Endkunden durch die Annahme von Paketen besteht, schließt sowohl das Land NÖ als auch die Post aus. „Bei den Sendungen selbst setzen wir auf die Expertise der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die bereits klargestellt hat, dass Briefe und Pakete nach wie vor sicher sind“, so Leitgeb. Bereits zu Beginn der Coronakrise hätte man auf die kontaktlose Zustellung umgestellt, „ein direkter Kontakt zwischen Zustellern und Empfängern findet damit nicht statt“, lässt er wissen.