Erstellt am 02. Dezember 2014, 07:59

von Felix Novak

Diskussion um Dorfplatz. Die Gemeinde klärte die Bewohner in einer Infoveranstaltung über den geplanten zweiten Teil des Projektes auf. Doch nicht alle sind über Umbau erfreut.

Der Hagenbrunner Bürgermeister Michael Oberschil (r.) präsentierte den zahlreich erschienenen Einwohnern die derzeitigen Pläne zum zweiten Abschnitt der Umgestaltungsmaßnahmen am Dorfplatz. Foto: Novak  |  NOEN, Felix Novak
„Ein Herz für Hagenbrunn“ - unter diesem Motto stellte die Gemeinde vergangenen Freitag das nächste Bauprojekt im Rahmen der umfassenden Dorfplatzumgestaltung vor.

Gemeindezentrum soll attraktiver gestaltet werden

Schon 2012 wurde der erste Teil des Großprojektes eröffnet, in dem jetzt mehrere Wohnungen und Arztpraxen untergebracht sind. Der zweite und größere Abschnitt der Umgestaltungsmaßnahmen befindet sich derzeit noch in der Planungsphase, die Gemeinde sah die Zeit aber gekommen, die Bevölkerung über den aktuellen Stand aufzuklären.

Erklärtes Ziel ist es, den Bereich um das moderne Gemeindezentrum attraktiver zu gestalten. Dazu wurden bereits extra neun Grundstücke angekauft, einige alte Häuser sollen demnächst abgerissen werden.

Bürgermeister Michael Oberschil ist über den Projektfortschritt erfreut: „Ich bin froh, dass es uns 2012 bei der ersten Phase der Arbeiten gelungen ist, die Polizei und die Ärzte im Ort zu behalten. Jetzt setzen wir unseren Weg fort, mit diesem nächsten Schritt werden wir etwa einen Nahversorger und ein Kaffeehaus auf unseren Dorfplatz holen. Zusätzlich zu normalen Wohneinheiten sind Wohnungen für die Jugend sowie im Rahmen von ‚betreubarem Wohnen‘ geplant. Eventuell wird auch eine Apotheke kommen.“

Missverständnisse wurden ausgeräumt

Der mit dem Projekt betraute Architekt Werner Zita verwies auf das durchdachte Verkehrskonzept und die verfügbaren Freiräume um das Gemeindezentrum, die in Zukunft von den Bürgern genutzt werden sollen: „Ich weiß, dass viele Leute, beispielsweise aus Wien, wegen des traditionellen Ortsbildes nach Hagenbrunn kommen. Wir haben uns bei der Planung daher darum bemüht, dass die alten Dorfstrukturen im neuen Projekt wiedererkannt werden können.“

Die für verschiedene Zielgruppen zur Verfügung gestellten Wohnungen, die auch von der Wohnbauförderung des Landes Niederösterreich unterstützt werden, sollen zudem laut Zita zu einer Verknüpfung der Generationen führen und den Zusammenhalt in der Gemeinde so stärken.

Beim Informationsabend diskutiert wurde etwa die künftige Parkplatzsituation. In einer neuen Tiefgarage sollen 46 Abstellplätze geschaffen werden, die voraussichtlich ausschließlich für Anrainer reserviert sein werden.

Bei größeren Veranstaltungen im Gemeindezentrum würde das unter Umständen nicht ausreichen, argumentierten einige Zuhörer. Eine überwiegend konstruktive Diskussion führte in der Folge zur Ausräumung einiger Missverständnisse und zur Lösung von Kritikpunkten.

Familie vom derzeitigen Plan verunsichert

Zufrieden ist mit dem Projekt trotzdem nicht jeder. Die Familie Reimansteiner, die als direkter Anrainer der zukünftigen Wohnhausanlage von den Maßnahmen betroffen ist, fürchtet eine Verschlechterung der Lebensqualität und einen Verlust des allgemeinen Ortsbildes.

Die erste Phase der Erneuerungsarbeiten sehen sie als misslungen an, da das entstandene Gebäude so nicht in den Ort passe. Vom derzeitigen Plan ist sie daher verunsichert, sie wirft der Gemeinde eine ihrer Ansicht nach unzureichende Kommunikation vor und wünscht sich mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten für die Bürger.