Tierquäler zogen Katze "Murli" das Fell ab. Eine Hagenbrunnerin fand ihre Katze mit abgehäutetem Schwanz. Tierarzt schließt einen Unfall oder Verletzungen durch ein Tier aus.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 14. September 2021 (09:58)

Einen Unfall schließt Tierarzt Tune Lazri definitiv aus. Folglich muss Katze „Murli“ von einem Tierquäler das Fell vom Schwanz abgezogen worden sein. Dem Tier, das in den Gärten der Siedlung Neues Wirtshaus als Freigängerin unterwegs war, musste der Schwanz amputiert werden, um sein Leben zu retten. Der Tierarzt, der seine Ordination in der Wiener Brünner Straße hat, war von der Tat so entsetzt, dass er für die Operation nichts verrechnet hat.

„Murli“ ist eine Streunerkatze, die von ihrer Besitzerin während des ersten Lockdowns adoptiert wurde. In der Nacht streift sie durch die Gärten, in der Früh kommt sie zum Schlafen nach Hause. Doch am Morgen des letzten Donnerstags fehlte von dem Stubentiger plötzlich jede Spur. Die Besitzerin machten sich auf die Suche und hörte plötzlich aus dem Nachbargarten ein leises Wimmern. Dort lag „Murli“ auf den Waschbetonplatten.

Anzeige wurde erstattet

„Der Schwanz bestand nur noch aus Knorpel ohne Fell“, schildert der Sohn der Besitzerin den Zustand der Katze. Beim Tierarzt dann die furchtbare Diagnose: Es war ein ganz sauberer Schnitt, vom After abwärts wurde dem armen Tier das Fell abgezogen. Das war kein Unfall oder ein Tier, sondern muss von Menschenhand erfolgt sein, zumal die Katze sonst keine Verletzungen oder Bissspuren aufwies.

Beim Festhalten der Katze wurde der Schwanz zweimal gebrochen, weshalb er sofort amputiert wurde. Der Tierarzt hat ein entsprechendes Gutachten über seine Erkenntnisse verfasst, mit dem die Besitzer von „Murli“ bei der Hagenbrunner Polizei Anzeige erstattet haben.

Katze gilt als scheu

Für den Sohn der Katzenbesitzerin ist es ein Rätsel, wie die scheue Katze gefangen werden konnte, denn schon am Versuch, die Katze zu entwurmen, scheiterten drei erwachsene Personen. Für ihn steht deshalb fest: „Die Katze muss mit Fressen geködert und dann narkotisiert worden sein.“

Die Tierhalter können sich nicht erklären, wer „Murli“ das angetan haben könnte. Nie hätte es Beschwerden gegeben, auch hätte „Murli“ ihr Geschäft stets daheim verrichtet, dadurch sollte sich keiner gestört fühlen. Es bleibt ein äußerst ungutes Gefühl: „Da wohnt jemand in unserer Nähe, der solche Narkosemittel hat und dazu fähig ist. Das ist jemand, der keine Skrupel hat und es bei einem Menschen womöglich genauso macht“, so der Sohn.