Die Stadthalle ist das Ziel von Hans Grüssinger. Insider kennen Hans Grüssinger schon seit vielen Jahren als Musiker und Liedermacher. Sein neues Album präsentiert er am 21. Oktober mit einem Konzert im Orpheum.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 10. Oktober 2019 (06:03)
Mohsburger
Immer fröhlich, immer gut gelaunt – doch Hans Grüssinger plant seinenendgültigen Durchbruch als Austropopper ganz genau.

„Ich bin der älteste Pop-Newcomer Österreichs“, beschreibt sich der 59-jährige Hans Grüssinger. Der gebürtige Rückersdorfer macht schon seit mehr als drei Jahrzehnten Tanzmusik. Seine erste Single als Austropopper hat er aber erst im Jahr 2013 produziert, 2016 stand er erstmals mit einer Band auf der Bühne.

Vor dem Karrierestart musste er den Lebensunterhalt sichern. Grüssinger errichtete selbst Reihenhäuser – fast 25 Jahre lang. „Ich war der singende Baumeister“, beschreibt er diese Zeit und ist glücklich über den finanziellen Rückhalt. Nebenbei spielte er bei Hochzeiten und Veranstaltungen. Nach wie vor ist seine Musikerkarriere ein Hobby, das fast mehr kostet, als es einbringt. Grüssingers Ziel ist es aber, von der Musik leben können. „Zum Durchbruch fehlt nicht viel“, ist er überzeugt.

„Ich prostituiere mich nicht wie andere Musiker mit eingängigen, aber nichtssagenden Phrasen.“ Hans Grüssinger, Liedermacher

Dabei geht er einen schwierigen Weg, denn er spielt nur eigene und somit unbekannte Lieder. „Das ist die Königsklasse bei Konzerten“, so Grüssinger. Schon in den 80er-Jahren hat
er erste Lieder geschrieben. Die Texte entstehen spontan: „Wenn ich die Geschichte im Kopf habe, ist der Text in zwei Stunden fertig“, beschreibt
der Musiker seine Arbeitsweise.

Seine Ideen für Melodien hebt er auf, bis er sie mit einem fertigen Text unterlegen kann. Dabei ist Grüssinger, der sich als Liedermacher bezeichnet, überzeugt: „Ich brauche mich für kein Lied zu genieren.“ Er hat „Erwachsenentexte“ fernab von eingängigen, aber nichtssagenden Phrasen, „wie sie manche Musikerkollegen mit großem Erfolg auf den Bühnen präsentieren. Ich will mich aber nicht prostituieren“, so Grüssinger.

Als Musiker verfügt er über eine fundierte Ausbildung: Gesang, Klavier, Jazzgitarre, Saxofon und Trompete lernte er am Konservatorium. Bei seinen Auftritten spielt er Gitarre und Klavier, auf seinen CDs spielen durchwegs Studiomusiker. Da raus entsteht dann auch ein neues Album.

Sein neuestes Album präsentiert er am 21. Oktober in Wien. „Das wird das Konzert des Jahres im Orpheum, mit achtköpfiger Band, drei Stunden Musik“, freut sich Grüssinger, der zehn Konzerte im Jahr spielt, zuletzt als Vorgruppe der Seer in Hagenbrunn. „Live spielen ist cool, aber ein hohes finanzielles Risiko“, weiß er. Sein Fanclub umfasst rund 20.000 Mitglieder; diese auch zu einem Live-Auftritt zu bringen, sei aber schwierig. Besser geht es mit dem Radio: Ein bis zwei Titel wie „Wenn der letzte Flügel bricht“ oder „Mit den Augen einer Frau“ werden regelmäßig gespielt. Sein Lebenstraum: „Ein Auftritt in der kleinen Stadthalle mit 20.000 Plätzen.“

Bis dahin geht Grüssinger mit seiner Lebensgefährtin tanzen. „Standard und Latein, das kommt mir auch als Musiker zugute.“ Oder er schwingt sich auf sein Motorrad und reitet dem Sonnenuntergang entgegen.