Verbesserung für Pendler: P&R-Anlage als erster Schritt

Die Bahnstrecke von Korneuburg nach Ernstbrunn soll für den Personenverkehr reaktiviert werden. Das könnte eine Erleichterungen für Pendler sein, wenn das Parkpickerl in Wien aktuell wird.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 05:16
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Der Bahnhof Rückersdorf liegt seit vielen Jahren im Dornröschenschlaf. Eigentümer ist übrigens die Marktgemeinde.
Foto: Herwig Mohsburger

Seit Jahren gibt es Bestrebungen von Gemeinden und Vereinen, die Bahnstrecke von Korneuburg nach Ernstbrunn für den Personenverkehr zu reaktivieren. Doch genutzt wird hauptsächlich das Teilstück bis Harmannsdorf – für den Güterverkehr. Mit dem Start des flächendeckenden Parkpickerls in Wien werden die Zeiten für Pendler schwerer, denn die vorhandenen Park&Ride-Anlagen entlang der S-Bahn sind fast voll.

Deshalb werden Ideen, wie man Pendler vom Auto in den Zug bringen könnte, wieder aktuell. Federführend ist Seebarns SPÖ-Ortsvorsteher Hubert Krause, der auch Harmannsdorfs ÖVP-Vizebürgermeister Alexander Raicher als „Mitstreiter“ gewinnen will.

Kernstück der Idee wäre eine Park&Ride-Fläche zwischen der in Bau befindlichen Umfahrung im Zuge der B6 und den Bahngleisen. Dann müsste noch der Personenverkehr von Kor neuburg nach Harmannsdorf aufgenommen werden. „Dadurch könnten zusätzliche Umstiegsmöglichkeiten für Pendler entstehen“, sagt Krause.

Zudem könnte gemeinsam mit der Parkfläche auch ein „klassischer“ Supermarkt entstehen, denn Nahversorger sind rar. Auch eine Tankstelle hält Krause für wirtschaftlich denkbar, „das Einzugsgebiet ist riesig und mit der Umfahrung gibt es auch genügend Durchzugsverkehr“. Bis Ernstbrunn gibt es dann keine Einkaufsmöglichkeit. Auf diese Weise könnten langfristig auch Abgabeneinnahmen ins Säckel der Gemeinde fließen.

Es bleibt nur bei der Bedienung der vorhandenen Anschlussbahnen.“
Christopher Seif ÖBB-Pressesprecher

Letztendlich wäre sogar ein neues Gemeindezen trum an der Bahnstraße denkbar. Derzeit ist die neun Kilometer lange Bahnstrecke nach Korneuburg nicht elektrifiziert und wird nur für Gütertransporte genutzt. Der Wunsch, eine eigene S-Bahn-Linie zu bekommen, ist allerdings schon einige Jahre alt, bestätigt Stettens SPÖ-Bürgermeister Thomas Windsor-Seifert. Auch er hätte gerne die Haltestelle in Stetten reaktiviert und eine entsprechende Park&Ride-Anlage. „Da müssten aber auch Land und Bund mitmachen.“

Allerdings gab es bisher aufgrund der möglichen Auslastung und der Kosten „keinen realistischen Plan für die Umsetzung“, warnt Raicher vor falschen Hoffnungen. Die Wiederbelebung des Personenverkehrs sei aber mittel- und langfristig ein Thema, das man nicht aus den Augen verlieren dürfe.

Nachdem die ÖBB vor Weihnachten die Strecke Harmannsdorf – Ernstbrunn zum Verkauf ausgeschrieben hat, gab es Vermutungen, dass man über einen Personenverkehr zwischen Korneuburg und Harmannsdorf nachdenke. „Die Gerüchte können wir nicht bestätigen. Es gibt keinerlei Absicht, die Strecke Korneuburg – Ernstbrunn künftig über das aktuelle Ausmaß hinaus zu bedienen“, sagt dazu ÖBB-Sprecher Christopher Seif.

Er erinnert an eine Grundsatzvereinbarung, den öffentlichen Verkehr mit Bussen zu bedienen. Der Abschnitt von Korneuburg bis Harmannsdorf bleibt im Eigentum der ÖBB und wird als öffentliche Strecke weiter betrieben. „Das heißt aber nicht, dass wieder an die Aufnahme von Personenverkehr gedacht ist. Es bleibt nur bei der Bedienung der vorhandenen Anschlussbahnen“, macht Seif wenig Hoffnung.