Weinviertler Ortschef mit Mord bedroht. Zwei Morddrohungen landeten im Postkasten des Bürgermeisters von Harmannsdorf. Verdächtiger ist bereits ausgeforscht.

Von Herwig Mohsburger. Erstellt am 05. Februar 2020 (05:53)
Norbert Hendler: „Ich war sehr irritiert und vorsichtig.“
privat

Gleich zwei Morddrohungen hat ÖVP-Bürgermeister Norbert Hendler im vergangenen Herbst von einem einzelnen Täter erhalten. Ein möglicher Verdächtiger aus Kleinrötz wurde von der Polizei ausgeforscht, das Landesgericht Korneuburg befasst sich ab 19. Februar mit dem Fall.

„Ich habe in meiner Zeit als Bürgermeister schon viele Briefe mit Beschimpfungen erhalten. Aber dass man mich mit dem Umbringen bedroht hat, das ist eine völlig neue Dimension“, erklärt Hendler gegenüber der NÖN. Bei der ersten Morddrohung wurde er zum Rücktritt aufgefordert. Das tat er nicht, sondern er erstattete Anzeige. Der Polizei übergab Hendler nicht nur diesen Drohbrief, sondern auch viele andere Schriftstücke mit Beschimpfungen, die alle die gleiche Handschrift zierte.

Intern gab es rasch Vermutungen, wer hinter der ersten Morddrohung stecken könnte. Schwung bekamen die Erhebungen dann, als bei einem Ansuchen an die Gemeinde eine offensichtlich idente Handschrift erkannt wurde – mit einem Absendernamen.

„Dass man mich mit dem Umbringen bedroht hat, das ist eine völlig neue Dimension!“Norbert Hendler, Bürgermeister Harmannsdorf

Auf Anraten der Polizei musste Hendler Nachbarn und Verwandte von der Drohung informieren und sie auch davor warnen, Postsendungen an Hendler anzunehmen.

Beim zweiten Drohbrief betätige sich der Bürgermeister dann als Kriminalist: „Ich habe die Schrift schon bei einem Blick in den Postkasten erkannt, den Brief mit einer Zange herausgefischt und für die Spurensicherung in ein Sackerl gegeben“, erzählt Hendler.

Brief zog Vergleich zum Pralinen-Anschlag in Spitz...

Bei dieser zweiten Morddrohung wurde ein unmissverständlicher Vergleich zum Anschlag auf den ehemaligen Spitzer Bürgermeister gezogen, der im Jahr 2008 mit einer Praline vergiftet worden war und seither im Koma liegt. „Da war ich dann schon sehr irritiert und vorsichtig“, gibt Hendler zu.

Sowohl er als auch einige seiner Fraktionskollegen waren schon öfter Ziel von Beschimpfungen, die Morddrohungen waren aber neu. Dementsprechend machte sich Hendler auch in der letzten Gemeinderatssitzung Luft und kündigte an, gegen falsche Anschuldigungen vorgehen zu wollen.

Details zu den beiden Morddrohungen nannte er bewusst nicht. „Ich wollte nicht, dass die Gemeinderatswahl dadurch beeinflusst wird“, erklärt Hendler. Dass er jetzt doch die Öffentlichkeit über die Morddrohungen informiert, begründet er damit, dass nun die Gerichte am Zug seien und dies die Bevölkerung ohnehin erfahren würde.