Kampf dem Schwerverkehr: „Nein“ zu Tempolimit. ÖVP-Ortschef Anzböck brachte Verkehrsbelastung bei der Behörde vor. Eine Tempobeschränkung wurde abgeschmettert, er will aber nicht aufgeben.

Von Bernhard U. Wieser. Erstellt am 18. Oktober 2020 (04:54)
ÖVP-Bürgermeister Josef Anzböck setzt sich für eine Verkehrsberuhigung in derGemeinde ein.
NOEN

Weil die Unzufriedenheit der Hausleitner aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens - vor allem durch das Zentrum der Gemeinde - immer größer wird, ergriff ÖVP-Bürgermeister Josef Anzböck die Initiative. Eine Verkehrszählung wurde durchgeführt, die Zahlen wurden nun bei einem Treffen mit Anzböck bei der Bezirkshauptmannschaft besprochen.

„Es ist herausgekommen, dass an Werktagen bis zu 1.000 Schwerfahrzeuge gezählt wurden, wobei da auch Traktoren und Autobusse mitgezählt wurden. Das muss man bei der Statistik berücksichtigen“, berichtet der Ortschef. Seine Forderung nach einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 oder 40 km/h wurde seitens der Behörde abgeschmettert, da das Fahren mit 50 km/h wegen der vorhandenen sicheren Gehsteige möglich sei.

Anzböck sprach auch die Option einer Umleitung des Verkehrs an, doch auch in diesem Fall erntete er Gegenwind. Eine Umleitung sei nur möglich, wenn diese keine Verschlechterung der Verkehrslage in umliegenden Ortschaften zur Folge hätte. „Es ist also alles wirklich sehr mühsam, aber wir haben nicht aufgegeben und weiter konkrete Vorschläge gemacht“, erzählt Anzböck im NÖN-Gespräch.

„Es ist also alles wirklich sehr mühsam, aber wir haben nicht aufgegeben und weiter konkrete Vorschläge gemacht“Bürgermeister Josef Anzböck

Er ist überzeugt, dass eine neue Straße zum Betriebsgebiet das Verkehrsaufkommen massiv entlasten könnte. Lkw, die über die S5 kommen, sollten vor Gaisruck ins Betriebsgebiet abfahren. Das müsse aber verpflichtend sein, weiß der Bürgermeister: „Mit Schildern muss man die Fahrer darauf hinweisen, dass sie diese Route nehmen müssen.“ Da es sich um eine Landesstraße handelt, wurde dieses Ansuchen an das Land NÖ weitergeleitet.

Doch auch dem von vielen Bewohnern störend empfundenen Verkehr der Strabag-Fahrzeuge tritt Anzböck entgegen. Man suchte bereits das Gespräch mit dem Unternehmen und erwirkte eine interne Sensibilisierung der Fahrer. Seitdem würde das Aufkommen etwas geringer sein, glaubt Anzböck wahrzunehmen. Er hofft aber weiter auf Nachsicht der Bürger: „Die Strabag hat in Guntersdorf eine Großbaustelle, die aber im November fertig ist, danach wird der Verkehr sicher weniger.“

Zudem glaubt der Ortschef, dass der Verkehr nach der starken Reduktion während des Lockdowns nach dem Wiederhochfahren der Wirtschaft subjektiv stärker wahrgenommen wurde.