Mangel an Bauplätzen: Pläne für neuen Wohnraum

Die Gemeinde Hausleiten berät sich mit einem Raumplaner. Opposition forderte ein zweites Angebot.

Bernhard U. Wieser Erstellt am 08. Oktober 2021 | 05:01
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In der Großgemeinde Hausleiten will man das Entwicklungskonzept überarbeiten, um jungen Familien aus Hausleiten Wohnraum bieten zu können.
Foto: NÖN

In der Gemeinderatssitzung wurde über einen Grundsatzbeschluss über die Neuerlassung des örtlichen Entwicklungskonzepts abgestimmt. Es soll hinsichtlich der Flächenwidmungen Bauland-Wohnen überarbeitet werden. Bürgermeister Josef Anzböck (ÖVP) erklärte, wieso das nötig ist: „Das Konzept ist in die Jahre gekommen, es stimmt nicht mehr, weil wir manche Grundstücke zum Beispiel nicht bebauen können, da wir sie nicht bekommen.“

Anzböck besprach sich diesbezüglich mit seinem Vize Andreas Neubauer, den Ortsvorstehern sowie Raumplaner Michael Fleischmann. Im nächsten Schritt will er die Bevölkerung einladen, um sich über die Entwicklung der Gemeinde auszutauschen, dies soll aber für jede Ortschaft separat geschehen. „Jede Ortschaft soll überlegen, wo man sich weiterentwickeln kann und uns mitteilen, wo Bautätigkeiten nicht möglich sind, weil man den Grund nicht bekommt“, erklärte Anzböck. Die Überarbeitung des Konzepts würde 33.000 Euro kosten.

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Möglichkeiten für junge Einheimische schaffen

Grund für den Vorstoß ist, dass in der Gemeinde kaum Bauplätze zur Verfügung stehen, obwohl Baulücken bestehen: „Wir wollen für einheimische junge Leute die Möglichkeit schaffen, in der Gemeinde bleiben zu können. Von Zuzug reden wir eh gar nicht.“

Karl Eder von der Bürgerliste übte wieder seine bereits traditionelle Kritik: „Ich vermute, dass wieder nur ein Angebot für den Raumplaner eingeholt wurde.“ Das musste Anzböck bestätigen. Eder: „Herr Fleischmann ist wie Grand oder Zita für mich ein rotes Tuch.“ Er spielte damit auf den Ziviltechniker und den Architekten an, die von der Gemeinde bei vielen Projekten beauftragt werden. Auch Leopold Gebetsberger (SPÖ) schaltete sich ein und unterstützte Eder: „Was spricht wirklich gegen ein zweites Angebot? Es schaut wie eine Erbpacht für Fleischmann aus.“

Der Bürgermeister erklärte die Vorzüge Fleischmanns: „Die Zusammenarbeit mit ihm – wie übrigens auch die mit Grand – funktioniert einfach sehr gut, deshalb sollten wir es nicht anders machen. Wenn ich ihn spontan anrufe, kommt er auf seinem Heimweg einfach schnell vorbei.“ Er sei auch stets erreichbar, wenn die Gemeinde Ratschläge benötigt, und würde für Tipps nichts berechnen. Das überzeugte Eder aber gar nicht, er schlug vor, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen, um weitere Angebote einzuholen. Da dies aber nur von Bürgerliste und SPÖ unterstützt wurde, wurde es abgelehnt.

Nur Bürgermeisterpartei stimmte für Konzept

Eders Fraktionskollegin Petra Schöberl wollte wissen, wie es mit der Infrastruktur bestellt wäre. Der Ortschef konnte sie beruhigen, die Anschlüsse und Straßenbeleuchtung seien in der Großgemeinde vorhanden. Alleine der Kindergarten würde bald nicht mehr ausreichen, „aber der Ausbau kommt eh bald“. Bei der Abstimmung votierten nur die ÖVP-Mandatare für die Vergabe, das genügte aber für den Beschluss.