Hausleitens Ortschef: „Sind ohne Schulden“. Im NÖN-Interview blickt der langjährige Bürgermeister von Hausleiten, Otto Ruthner, auf seine Amtszeit zurück. Stolz ist er auf die Sanierung der Gemeinde-Finanzen.

Von Markus Glück. Erstellt am 16. September 2014 (07:54)
Zum Ende seiner Laufbahn gab Otto Ruthner der NÖN ein ausführliches Interview.
NOEN, Archiv

16 Jahre lang war Otto Ruthner Bürgermeister von Hausleiten. Im Rahmen des Musikfests gab er seinen Rückzug mit Ende September bekannt . Der NÖN stand er für ein letztes Interview zur Verfügung.

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NOEN, Archiv
NÖN: Sie treten nach 16 Jahren als Bürgermeister ab. Wie ist ihre persönliche Bilanz?
Otto Ruthner: Die umgesetzten Maßnahmen sind sehr vielschichtig und würden den Rahmen sprengen. Zu erwähnen wären aber etwa der Neubau des fünfgruppigen Kindergartens, die Sanierung der Güterwege, die Errichtung eines Auffangbeckens in Seitzersdorf-Wolfpassing, die Schaffung eines Betriebsgebiets und zuletzt auch die Umgestaltung des Kindergartens zu einem Musikerheim.

„Meine Mitarbeiter verdienen die höchste Auszeichnung“

Welche positiven Eindrücke können Sie mitnehmen?
Ich durfte vieles planen und errichten. Wir haben es trotz allem geschafft, mit Umsicht und Sparsamkeit von einer Gemeinde mit Schulden zu einer Gemeinde ohne Schulden zu werden. Das schaffen nicht viele Gemeinden in Österreich.

Die Gemeindefinanzen wurden in ihrer Amtszeit auf Vordermann gebracht. Wie stolz sind Sie auf dieses Ergebnis?
Das Ergebnis der Gemeindefinanzen kann nur mit offenen, ehrlichen, zielorientierten und fleißigen Mitarbeitern gelingen, und meine Mitarbeiter verdienen die höchste Auszeichnung für ihre Tätigkeit. Jeder hat von sich aus gesehen, wo die Arbeit zu erledigen ist, und nicht auf eine Aufforderung gewartet.

„Windkraft-Thema wurde durch viele unsachliche Dinge begleitet“

Ein negatives Kapitel war für Sie sicherlich die Windkraft-Debatte. Wie analysieren Sie mit etwas Abstand das Thema?
Das Thema Windkraft wurde durch viele unsachliche Dinge begleitet, das Volk hat schlussendlich entschieden, damit war für mich das Thema vom Tisch. Ich hoffe nur, dass unsere Nachkommen dieses Ergebnis nicht bereuen müssen. Denn es kann schnell eine Energiekrise herbeigeführt werden.

Im Vorfeld der Abstimmung hat es auch sehr viele persönliche Angriffe gegeben. Wie lernt man, mit so etwas umzugehen?
Man kann sich in der Politik die Freunde nicht aussuchen, es gibt nur ehrliche Mitmenschen, welche dich in allen Lebenslagen begleiten. Wenn jemand in der Politik auf Profit oder Geldgier aus ist, sollte er oder sie es am besten bleiben lassen.

„Ich hoffe, dass die Nachfahren das Ergebnis bei der Abstimmung nicht bereuen. Eine Krise kann rasch kommen.“
Otto Ruthner, Ex-Ortschef

Warum kam gerade jetzt der Rücktritt?
In ganz Niederösterreich werden jetzt die Rücktritte und Übergaben in den Gemeindestuben durchgeführt, um so auch den Nachfolgern die Etablierung eines eigenen Stils im Wahlkampf zu ermöglichen. Ich wünsche meinem Nachfolger eine Mehrheit zum Gestalten unserer Gemeinde, aber auch, dass die finanzielle Lage der Gemeinde erhalten bleibt und nicht für unüberlegte Projekte vergeudet wird.

Welche Themen erwarten Sie sich im Gemeinderatswahlkampf?
Ich hoffe nur, dass es ein fairer und kein schmutziger Wahlkampf bei uns in der Gemeinde wird. Mein Motto war immer Ehrlichkeit und zielorientiert für die Marktgemeinde Hausleiten zu arbeiten.

Wie werden Sie die Zeit ohne Politik nutzen?
Ich werde die neu gewonnene Zeit vermehrt meinen Hobbys, meiner Familie, dem Radfahren und dem Wandern widmen.