Spenden-Radtour für einen Sprach-Laptop nach Rom. Am 1. März bricht Helmut Haberfellner in die Ewige Stadt auf. Nach 2.000 Kilometern will er genug Spenden gesammelt haben.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 01. März 2018 (05:00)
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Sebastian mit Oma Carola Lehner und den Wahl-Großeltern Herta und Helmut Haberfellner. Letzterer radelt nach Rom.

Wer setzt sich bei diesen Temperaturen schon aufs Fahrrad? Helmut Haberfellner aus dem Bezirk Hollabrunn bricht am 1. März zu einer Spendenfahrt nach Rom auf und wird auch in Korneuburg Station machen. Das Ziel ist klar definiert: Mindestens 22.000 Euro an Spenden sammeln!

Zu erkennen sein wird Haberfellner nicht nur an seinem über 20 Jahren alten Puch-Fahrrad, sondern auch an seinem Rucksack, auf dem er ein Bild von Sebastian trägt. Bei der Geburt des heute sechs Jahre alten Buben aus Karlsdorf (Bezirk Hollabrunn) lief einiges schief: Die Nabelschnur wickelte sich um seinen Hals, er bekam zu wenig Sauerstoff. „Der Bub ist blitzgescheit“, erzählt Haberfellner, der ein guter Freund der Großeltern ist, bei denen Sebastian aufwächst.

Computer würde für Sebastian sprechen

Er kann aber nicht selbst essen, nicht trinken und nicht sprechen. Sebastian sitzt im Rollstuhl und kann sich auch nicht mitteilen, wenn er Schmerzen hat. „Dass er einen gebrochenen Fuß hatte, wurde erst nach Tagen bemerkt“, schildert der passionierte Radfahrer die fatalen Konsequenzen.

Es gäbe zwar Hilfe für den Buben, die ist allerdings teuer: Spezielle Computer können die menschlichen Augenbewegungen erfassen und in Sprache umwandeln. „Die Software kostet aber sehr viel Geld“, erzählt Haberfellner; 25.000 Euro genau gesagt. Für die Großeltern, die gerade ihr Haus behindertengerecht umbauen, ist diese Summe nicht finanzierbar.

Haberfellner, ein pensionierter Berufsfeuerwehrmann, steigt deswegen auf Fahrrad. Wenn er es schafft, 22.000 Euro aufzustellen, dann zahlt Licht ins Dunkel 3.000 Euro dazu. Auf seinen Stationen wird er die Geschichte des kleinen Sebastian erzählen und um eine kleine Spende bitten. 2.000 Kilometer will er innerhalb eines Monats abspulen, seine Frau wird ihn im Auto begleiten. Auf seiner Facebook-Seite wird der sportliche Pensionist von seiner Tour berichten: „Damit ich ja nirgends abbiege“, wie er augenzwinkernd meint.