Ja zum Kinderradweg. Stockerau / Der geplante Radweg durch die Au sorgte auch im Rathaus für Zündstoff. SPÖ, ÖVP und FPÖ stimmten dem Projekt zu.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 18. April 2014 (15:00)
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Kitschig oder wertvoll? Der Gemeinderat war sich über den geplanten Kinderradweg nicht einig. Martina Rädlein/BAWA
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Für den einen pädagogisch wertvoll, für den anderen reiner Kitsch: Auch im Gemeinderat konnte man keine einheitliche Meinung zum geplanten Kinderradweg des Weinviertel Tourismus bilden.

„Der Radweg enthält Dinge, die wir nicht in der Au haben wollen“, sprach Grünen-Stadtrat Andreas Straka für seine Partei. Er stand für die Au-Gruppe der Stadterneuerung ein, die einen Lenauweg auf die Beine gestellt hat und denen die Kinderradroute ein Dorn im Auge ist. „Das ist kitschig“, nahm sich Straka kein Blatt vor den Mund.

Kinder sollen in Berührung mit lebender Natur kommen

Weniger drastisch sah das die FPÖ, die das Gespräch mit den Verantwortlichen gesucht hatte: „Für die erste Station namens „Aufrösche“ ist vorgesehen, dass drei Plastikfrösche im Biotop schwimmen sollen. Wir haben vorgeschlagen, dass man stattdessen doch lebende Frösche und Lurche in den Teich geben soll und dafür eine Schautafel errichtet, die die Tiere in den Entwicklungsstadien zeigt“, schlug Stadtrat Gerald Moll vor.

Die Kinder kämen so in Berührung mit lebender Natur, und die Plastikfrösche wären ohnehin nur ein willkommenes Ziel für Vandalen. „Die Verantwortlichen zeigten sich aufgeschlossen“, war Moll zufrieden.

ÖVP-Stadtrat Peter Hopfeld jedoch wollte von all den Vorwürfen nichts wissen: „Die Kitschigkeit ist Absicht. Kleine Kinder sollen damit an die Au gewöhnt werden“, argumentierte er.

Figuren und Maskottchen für die Kleinsten

Schautafeln würden für die Kinder keinen Sinn machen. Figuren wie Betti Bernstein hingegen, das Maskottchen der Bernsteinstraße, die laut Konzept die Kinder durch den Au-Radweg führen soll, würden auch die Kleinsten einbinden. „Vom Lenauweg haben die Kinder nichts“, war sich Hopfeld sicher.

SPÖ-Bürgermeister Helmut Laab zog schließlich einen Schlussstrich unter die Diskussionen: „In die ganze Sache wird viel zu viel hinein interpretiert“, schüttelte er den Kopf. Es habe nun schon einige Gespräche mit dem Weinviertel Tourismus gegeben, viele Stationen seien schon abgeändert worden.

„Wenn man das Projekt weiter zerredet, bleibt bald nichts mehr übrig“, kritisierte Laab. SPÖ, ÖVP und FPÖ unterstützten das Vorhaben. Die Grünen sprachen sich dagegen aus.