Hatzenbacher Mädchen als Reporter

Sieben Mädchen schufen eine Zeitung, die viermal im Jahr erscheint.

Erstellt am 06. September 2020 | 05:49
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Chefredakteurin Veronika Trummer, Lena und Nina Domesle, Julia Herzog, Sophie Litsch und Carina Mantler greifen die Tradition einer „Hatzenbacher Dorfzeitung“ auf und schufen eine Jugendzeitung. Diese wird gegen eine Spende verteilt. Die Einnahmen werden gespendet.
Foto: Rathauscher

Irene Stursa hat lange versucht, Nachfolger für die Dorferneuerung und damit auch für die Dorfzeitung zu finden – bisher allerdings vergeblich. Umso überraschter war sie, als sie Anfang August in ihrem Briefkasten eine „Hatzenbacher Jugendzeitung“ vorfand. Sechs Schülerinnen hatten sich spontan zusammengefunden und diese erste Nummer verfasst und an alle Haushalte im Ort kostenlos verteilt.

Die Idee stammt ursprünglich von Veronika Trummer, die auch zur Chefredakteurin ernannt wurde. Sie ist die Tochter des ÖVP-Gemeinderats Robert Trummer, der für die Gemeindezeitung von Leitzersdorf zuständig ist.

„Das kann ich auch“, dachte sich Veronika selbstbewusst und kontaktierte ihre Freundinnen. Diese waren von der Idee begeistert, und so fand am 27. Juni die Gründungssitzung statt. Zu siebent machten sie sich an die Arbeit. Es wurden bereits die Themen für die erste Zeitung definiert und die Aufgaben verteilt.

Die Zeitung soll viermal pro Jahr erscheinen und aus vier bis sechs Seiten bestehen. Die nächste Nummer ist für November geplant und wird sich natürlich als Schwerpunkt um die Adventszeit drehen. Zudem wird die Ausgabe auch einen Adventskalender beinhalten.

Gedruckt wird in der Gemeinde, dort dürfen die Mädchen den A3-Drucker gegen Überlassung eines Belegexem plars gratis nutzen. Die Auflage beträgt 75 Exemplare, 70 davon werden in Hatzenbach verteilt.

Die Dorfbewohner wurden gebeten, bei Gefallen eine Spende in den Briefkasten zu werfen. Für die erste Nummer kamen bereits beachtliche 182 Euro zusammen. Das Geld wird gespendet und wurde direkt an den WWF weitergeleitet.

An Themen für die nächste Zeit fehlt es den Mädchen nicht. Eine Befragung der Bevölkerung über die neue Straßengestaltung soll deren Stimmung erfassen. Im nächsten Jahr stehen zudemgleich zwei Jubiläen ins Haus: 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Hatzenbach und 300 Jahre Kapelle.

Abgesehen von der Arbeit als Nachwuchsjournalisten sind die Jugendlichen auch aktiv. Derzeit läuft eine Umfrage bei den Bewohnern, um herauszufinden, wer bereit wäre, bei einer Aktion „Adventfenster“ mitzumachen. Der Wunsch der jungen Reporterinnen ist es nämlich, diese Tradition wiederbeleben.