Karnabrunn

Erstellt am 09. Dezember 2016, 05:00

von Theodora Höger

Jazzmusiker Zipflo Weinrich geigt im Stephansdom auf. Der Karnabrunner Jazzmusiker Zipflo Weinrich gibt ein Konzert im Stephansdom. Der Gewinn aus der Veranstaltung kommt der Erhaltung des Wiener Kulturdenkmals zugute.

Zipflo Weinrich geigt am 27. Dezember gemeinsam beim „Swinging Christmas“-Konzert mit Freunden im Stephansdom auf. Beginn ist um 20.30 Uhr; Restkarten sind noch im Internet verfügbar.  |  privat

Er hat für die Wiener Austria und im Jugendnationalteam gespielt, mit internationalen Jazz-Größen wie Alex Acuna von Joe Zawinuls Band Weather Report gearbeitet, war eines von drei Stehaufmandln, wurde 2001 zum Künstler des Jahres und 2008 zum besten Jazz-Geiger Europas gekürt. Erst vor Kurzem hat er die CD „Zipflo Weinrich in Los Angeles“ herausgebracht, bei der das Who is Who der internationalen Jazz-Szene mitwirkte. Mit der NÖN unterhielt sich der bodenständige Künstler mit Sinti-Wurzeln über sein Schaffen und sein nächstes Konzert.

NÖN: Wollten Sie eigentlich immer schon Geige spielen?

Weinrich: Als Kind war es eigentlich mein Plan, dass ich Gitarrist werde. Aber mein Opa wollte unbedingt, dass ich Geige lerne. Damit hatte er, rückblickend gesehen, auch recht. Gitarre und Kontrabass habe ich aber mittlerweile auch gelernt.

Beeinflusst dieser Werdegang ihre Musik?

Weinrich: (grinst) Also wenn es hart auf hart kommt, dann nehm’ ich die Geige und zupf’ sie wie eine Gitarre! Wichtig war aber vor allem, dass ich nie ein konkretes Vorbild hatte und immer meinen eigenen Weg gegangen bin.

Ein Jazzgeiger im Stephansdom – wie kam es dazu?

Weinrich: Weihbischof Franz Scharl ist von meiner Musik begeistert – dadurch hat sich das ergeben. Allerdings wird das Konzert keinen Jazz-Schwerpunkt haben, sondern einige Musikrichtungen abdecken.

Was kann man sich von dem Konzert erwarten?

Weinrich: Es wird etwas für jeden dabei sein: Swing, Klassik und vieles mehr. Unterstützt werde ich unter anderem von Tini Kainrath und einem Streichquartett. Zipflo mal anders, sozusagen. Besonders freue ich mich auch, dass sich für das Konzert schon einige Freunde, darunter Fifi Pissecker und die Jazz Gitti, angekündigt haben. Das Konzert soll aber auch an den Genozid an Sinti und Roma vor 75 Jahren erinnern.