Korneuburgerin bei NASA: „Wie riecht’s auf der ISS?“. Katharina Haider durfte als erste Österreicherin beim NASA-Training in Cape Canaveral mitmachen.

Von Bernhard Preineder. Erstellt am 14. August 2019 (04:01)
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Katharina Haider erhielt nicht nur ein NASA-Stipendium, sie hat auch schon zweimal an der Begabtenakademie des Landes NÖ am Semmering teilgenommen, und zwar in den Bereichen Biologie/ Molekularbiologie/Bio​medizin.

Die mexikanische „Space Agency Aexa Aerospace“ hatte im Frühjahr ein internationales NASA-Stipendium für Mädchen in MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) über das Internet ausgeschrieben. Die 17-jährige Korneuburger AHS-Schülerin Katharina Haider bewarb sich und erhielt prompt die Zusage.

Sie war damit die erste österreichische Teilnehmerin an diesem Programm und repräsentierte dabei ihre Schule sowie ihr Land. Die 14 internationalen Teilnehmerinnen kamen aus Mexiko, Ecuador, Brasilien, Schweden, Italien und eben Katharina aus Österreich. Die NÖN bat die junge AHS-Schülerin um ein Interview.

NÖN: Wie kann man sich das Training bei der NASA als Laie so vorstellen?

Kahtarina Haider: Die Zusage beinhaltete neben dem Trainingsbesuch im Kennedy Space Center auch die intensive Arbeit an einem Projekt zum Thema „Future settlements on the moon“. Dabei musste ein Plan für eine Niederlassung auf dem Mond erarbeitet und vor einer Jury präsentiert werden.

Wie ging das konkret vor sich?

Die Planung ist sehr umfangreich. Zu beachten ist unter anderem, ob Materialien für den Einsatz im All tauglich sind – und das unter Berücksichtigung der dort herrschenden Strahlung, Hitze, Kälte usw.

Klingt ziemlich spannend, aber auch sehr nach Theorie. Kann man dann irgendwann das Ergebnis auch sehen?

Von einem der Projektergebnisse wird schließlich ein Prototyp zur MISSE (Materials International Space Station Experiment) geschickt und an der internationalen Raumstation ISS getestet.

Welche Eindrücke haben Sie jetzt nach Hause mitgebracht?

Das Training selbst war eine intensive Woche: Neben der Projektarbeit erfuhren wir Geschichtliches und Hintergrundwissen zur NASA und der Raumfahrt, erhielten Führungen im Kennedy Space Center, besuchten eine Flugschule samt Flug über Florida und erlebten einen Raketenstart zur ISS live mit. Im KSC gab es mehrere Möglichkeiten, an diversen Simulationen zur Raumfahrt teilzunehmen und Simulatoren zur Astronautenausbildung wie den Marsrover, Schwerelosigkeitssimulator, Windkanal oder Marsspaziergang zu testen. Eine Gesprächsrunde samt Fragestunde mit dem ISS-Astronauten John B. Herrington rundete das Programm ab. Dabei erfuhren wir unter anderem, wie sich der Alltag auf der ISS abspielt, mit den scheinbar „trivialen“ Alltagssituationen wie Essen, Trinken oder Toilette in der Schwerelosigkeit. Auch interessant zu erfahren war zum Beispiel, wie es auf der ISS riecht.

Und welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Nicht selten endete unser Arbeitstag nach Mitternacht, damit das Projekt fristgerecht abgeschlossen werden konnte. Die Arbeit in einem internationalen Team mit Teilnehmern und Betreuern aus den diversen Fachrichtungen stellte eine spannende Erfahrung dar. Ausdauer, Kreativität, Experimentierfreudigkeit und intensive Facharbeit waren gefordert.

Was haben Ihre Mitschüler zu all dem gesagt?

Ich habe in den USA sowohl die AHS Korneuburg als auch ganz Österreich vertreten. Mit entsprechendem Stolz wurde schon vorab die Nachricht über das Stipendium aufge nommen, nicht nur von Herrn Direktor Hartwin Eichberger und den Klassenlehrern, sondern auch von meinen Mitschülern.

Und wann geht es für Sie persönlich ins All?

Ich möchte mich nach der Matura tiefer mit den Naturwissenschaften befassen, und wer weiß, vielleicht führt mein Weg mich zurück zur NASA!