Licht am Ende des EVN-Tunnels: „Elisabeth“ in Korneuburg angekommen

Aktualisiert am 26. August 2022 | 12:12
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8434351_kor32stadtkor_tunnel.jpg
Kurz vor dem Durchbruch: In der Mitte ist bereits ein Teil des Bohrers erkennbar, kurz danach erblickte der Bohrer das Tageslicht. Der Tunnelbau verlief nach Plan, freuen sich EVN-Sprecher Stefan Zach (li.) und der stellvertretende Projekt leiter Mario Kleinschuster.
Foto: Löwenstein
Die 450 Meter lange Verbindung zwischen Korneuburg und Klosterneuburg ist fertig.
Werbung

„Elisabeth“ hat letzte Woche auf Korneuburger Seite wieder das Tageslicht erblickt. Seit Anfang Juni war der rund 40 Tonnen schwere Bohrkopf bis zu elf Meter unter der Donau im Einsatz, um einen Mikrotunnel zu bohren, der Korneuburg und Klosterneuburg bananenförmig verbindet. Rund zehn Millionen Euro hat die EVN in die Infrastruktur-Maßnahme investiert. In dem Tunnel werden Leitungen für Trinkwasser, Naturwärme, Internet, Strom und Gas verlegt.

440_0008_8434195_kor32stadtkor_bohrer.jpg
Der Bohrer „Elisabeth“ wurde auf Klosterneuburger Seite eingehoben und war dann Tag und Nacht unter der Donau im Einsatz.
Foto: EVN/Daniela Matejschek

Mitte letzter Woche hat die Tunnelbaumaschine, die auf Klosterneuburger Seite gestartet war, den Ausgang beim Tuttendörfl in Korneuburg erreicht, diesen Montag wurde sie bereits wieder abgeholt. „Es wurde Tag und Nacht gebohrt“, berichtet der stellvertretende Projektleiter Mario Kleinschuster beim NÖN-Lokalaugenschein. „Elisabeth“ hat sich auf einem Durchmesser von zwei Metern und einer Länge von 450 Metern bis zu elf Meter unter der Donau durch das Gestein gearbeitet. Das Prozedere verlief planmäßig, nur einmal hatte man aufgrund von minimalen Rissen mit einem Wassereintritt zu kämpfen. Bemerkt wurden die Mikrorisse von Paddlern, die auf der Donau unterwegs waren und Luftblasen bemerkten. „Das ist aber ganz normal“, erklärt Kleinschuster.

Nach Fertigstellung der baulichen Maßnahme wird nun über die ganze Länge ein Gestell in den Tunnel eingeführt, das die Leitungen tragen wird. Die Hoffnung, dass man den Tunnel künftig durchwandern kann, muss der Experte aber zerstreuen. „Er wird nach der Verlegung der Leitungen mit einer milchigen Flüssigkeit verdämmt, also quasi eingemauert“, so der Projektleiter-Stellvertreter über die weitere Vorgehensweise. Der Tunnel selber braucht weder Licht noch Belüftung, „er ist komplett wartungsfrei“, so Kleinschuster.

Als Grund für den Bau des Versorgungstunnels nennt EVN-Sprecher Stefan Zach die Biomasseanlagen auf beiden Seiten der Donau. Bei einem Ausfall bzw. einer Revision könne eine andere Anlage einspringen. „Wir planen, weitere Anlagen zu errichten und das Netz zu verdichten“, kündigt Zach an, schließlich wolle man ja Gas und Öl hinter sich lassen. Ganz ähnlich verhält es sich bei der Wasserversorgung.

„Wir haben beidseitig der Donau große Brunnenfelder und Quellen“, beschreibt der EVN-Sprecher. Der Tunnel ermögliche eine Vernetzung für die ganze Region auf beiden Seiten der Donau. „Wenn bei einem Hochwasser-Ereignis ein Brunnenfeld ausfällt, schalten wir es weg und versorgen von der anderen Seite“, veranschaulicht er. Das sei gerade bei stark wachsenden Gebieten wie Korneuburg und Klosterneuburg von essenzieller Bedeutung.

Auch Bürgermeister Christian Gepp ist vom Netzen des Verbindungstunnels überzeugt: „Gerade in Krisenzeiten ist es sinnvoll, die Ressourcen zusammenzulegen und gemeinsam voranzugehen.“

Werbung