Geografie vor Lebensrealität. Über die fehlende Impfmöglichkeit in Stockerau.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 24. Februar 2021 (04:15)

Stockerau ist mit rund 17.000 Einwohnern die größte Stadt im Weinviertel. Umso größer war die Überraschung für die über 80-Jährigen, dass sie für eine Covid-19-Impfung nach Spillern, Sierndorf oder Niederhollabrunn fahren müssen. Dass sie die geforderten Kriterien nicht erfüllen würden, wie Notruf NÖ die Entscheidung argumentiert, stellen die Ärzte, die sich für die Impfung beworben haben, in Abrede. Ihnen wurde bereits angekündigt, dass sie den AstraZeneca-Impfstoff zugeteilt bekommen. Folglich kann es an den Anforderungen eigentlich nicht liegen …

Offenbar waren für Notruf NÖ die geografischen Entfernungen wichtiger als die Lebensrealität. In der Praxis heißt das, dass ein überproportional großer Teil der älteren Bevölkerung, der oft nicht so mobil ist, zu den Impfstellen pilgern muss und nicht umgekehrt. Da der Biontech/Pfizer-Impfstoff rar ist und die Dosen bereits auf die Ärzte verteilt sind, ist es auch unwahrscheinlich, dass sich der Zustand rasch ändert.