Andere Funktion, neue Sichtweise. Über ein Déjà-vu beim Thema Zuzug.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 04. Dezember 2019 (05:15)

Es war absehbar, was das beherrschende Thema im Korneuburger Wahlkampf sein wird: der Bauboom und der Zuzug in die Stadt. Die SPÖ spricht – schon ganz im Wahlkampfmodus – von einer „unkontrollierten Bevölkerungsexplosion“ und warnt vor einem weiteren Wachstum, mit dem die Infrastruktur auf kurz oder lang nicht mehr mithalten könne.

Aufmerksamen Polit-Beobachtern könnte die Argumentation bekannt vorkommen, denn vor zwölf Jahren stieß die ÖVP in dieselbe Kerbe. Im Sommergespräch 2007 mahnte Christian Gepp, damals war die ÖVP noch in Opposition, dass Korneuburg eine Kleinstadt bleiben müsse. Ein Jahr später kritisierte er das rasche Wachstum und forderte mehr sozialen Wohnbau und eine Steuerung über den Bebauungsplan. Die Kritik richtete sich an den damaligen SPÖ-Bürgermeister Wolfgang Peterl.

Während das „Wachstum“ seit Jahren unverändertes Wahlkampfthema ist, ändern sich die Ansichten dazu offenbar mit den Funktionen.