Ein Verkauf hat Für und Wider. Über den Stadtsaal-Verkauf an die Familie Minnich.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 21. Oktober 2020 (05:09)

Die ÖVP wird den Verkauf des Gebäudeanteils, in dem sich auch der Stadtsaal befindet, im Gemeinderat mit ihrer absoluten Mehrheit durchbringen. Dass die Immobilie an die Familie von ÖVP-Politiker Andreas Minnich geht, mag zwar auf den ersten Blick eine schiefe Optik haben, ist aber das einzig wirklich Schlüssige an dem Deal. Der Familie gehört schließlich schon die Hälfte des denkmalgeschützten Objekts.

Die zentrale Frage ist damit nicht, an wen der Stadtsaal verkauft wird, sondern ob sich ein Verkauf für die Stadt grundsätzlich rechnet. Zumindest kurzfristig ist diese Frage mit einem klaren Ja zu beantworten, denn: Der Käufer saniert das Gebäude, die Stadt sichert sich die Nutzung als Veranstaltungslocation für die nächsten 20 Jahre und hat das Rückkaufsrecht. Für die Korneuburger wird sich also nicht viel ändern.

Langfristig verzichtet die Stadt auf eine Wertanlage. Denn ein Objekt in Bestlage im Wiener Speckgürtel wird in 20 Jahren nicht weniger wert sein.