Es geht um die Aufmerksamkeit. Veronika Löwenstein über das Spiel, das die SPÖ Langenzersdorf betreibt.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 19. Juni 2019 (04:27)

Die SPÖ Langenzersdorf hat es mittlerweile zu österreichweiter Bekanntschaft geschafft. Mit ihren provozierenden Postings lockt sie regelmäßig Prominente aus der Reserve, zettelt Gerichtsprozesse an und schafft den Sprung in die überregionalen Medien. Am liebsten haut die Ortspartei gegen Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz und die FPÖ aus, aber auch mit Andreas Gabalier liefert man sich regelmäßig Auseinandersetzungen.

Mastermind hinter dem Dauerfeuerwerk ist der stellvertretende SP-Parteivorsitzende Christoph Baumgärtel, der im persönlichen Gespräch gar nicht der große Polterer ist. Dass er die sozialen Medien ganz gezielt nutzt, um maximale Aufmerksamkeit zu erzielen, gibt er offen zu. Das Baumgärtel’sche System funktioniert aber nur, solange seine Angriffsziele auf die Provokationen auch reagieren – und das tun sie in braver Regelmäßigkeit. Das Spiel wird auch weiter funktionieren. In Zeiten sozialer Medien ist eine Nicht-Reaktion nämlich de facto unmöglich.