Nur Grüne sind auf Augenhöhe. Über die neue Allianz in Stockerau.

Von Michaela Höberth. Erstellt am 25. April 2019 (05:05)

Die Stockerauer ÖVP hat es geschafft: Sie hat die SPÖ und die FPÖ mit ins Boot geholt, alle drei Parteien haben sich vertraglich zu einer Zusammenarbeit bekannt. „Das ist kein Knebelvertrag!“, betont SP-Vertreter Othmar Holzer – und rein inhaltlich muss man ihm dabei auch völlig recht geben.

Denn in dem fünfseitigen Vertrag steht nichts, was man nicht auch ohne diesem Papier und dem Lichte der Öffentlichkeit vereinbaren hätte können. Was ihn vielmehr ausmacht, ist sein symbolischer Wert: Die ÖVP hat den großen Wahlverlierer SPÖ zum Vizebürgermeister gemacht, die geschwächte FPÖ hat dank ihrer Gunst einen Stadtrat bekommen. Beide Parteien stehen damit in der Schuld der ÖVP, während diese für ihren Weg der Zusammenarbeit werben kann. Dass sich die Grünen vorzeitig aus dem Spiel genommen haben, war so gesehen ein kluger Schritt: Sie sind damit die einzige Partei, die – um aus dem Vertrag zu zitieren – tatsächlich mit der ÖVP auf Augenhöhe liegt.