Parteifarbe ist Eltern egal. Über die Notwendigkeit einer flexiblen Betreuung.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 05. August 2020 (03:48)

Viele Jahre spiegelten die Kinderhorte in der Bezirkshauptstadt das für Österreich jahrzehntelang typische Zweipar teiensystem wider: Es gab den ÖVP-nahen Hilfswerk-Hort und den SPÖ-nahen Kinderfreunde-Hort.

2012 bekam die heile Hort-Welt einen Riss: Die ÖVP setzte das Modell der Schulischen Tagesbetreuung in der Stadt ein. Ein Aufschrei der Kinderfreunde war die Folge, fürchteten sie doch aufgrund des günstigeren Angebots um ihr junges Klientel.

Dass der Kinderfreunde-Hort dennoch acht Jahre überlebt hat, hängt mit der flexibleren Betreuungsform zusammen, denn die Schulische Tagesbetreuung ist wie eine ganztägige Schulform mit Unterricht, Lern- und Freizeit organisiert.

In Zeiten von atypischen Beschäftigungsverhältnissen, Homeoffice und Kurzarbeit ist Flexibilität aber ein wichtiges Kriterium bei der Kinderbetreuung. Die Eltern wollen zurecht eine Betreuung, die der Lebensrealität entspricht, und nicht eine mit einer bestimmten Parteifarbe.