Projekt schwer zu verhindern. Über das Dilemma des Ortschefs in Königsbrunn.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 18. September 2019 (05:32)

Der Enzersfelder ÖVP-Bürgermeister Gerald Glaser ist derzeit nicht zu beneiden. Als Baubehörde erster Instanz muss er die Entscheidung über das umstrittene Wohnbauprojekt in Königsbrunn treffen. Verletzt er die Interessen des Bauwerbers, macht er sich des Amtsmissbrauchs schuldig. Gibt er dem Projekt grünes Licht, bringt er ganz Königsbrunn gegen sich auf.

Für den Bürgermeister kommt die Entscheidungsfindung zum ungünstigsten Zeitpunkt. Vier Monate vor der Gemeinderatswahl wünscht sich kein Politiker so ein emotionales Thema in seiner Gemeinde. Und jetzt macht auch noch der Bauwerber Druck, indem er dem Ortschef ein Ultimatum für die Baubewilligung setzt. Hält sich der Bauherr an die Bestimmungen, kann der Bürgermeister das Projekt nicht stoppen. Verhindert können überdimensionierte Bauprojekte nur im Vorfeld durch entsprechende Widmungen und Bebauungspläne werden. So gesehen haben die Gegner schlechte Karten.