S1 taugt nicht als Vorbild. Über die unterschiedlichen Lärmschutz-Wünsche.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 23. September 2020 (05:10)

Das Thema ist das gleiche, der Zugang aber komplett unterschiedlich: Seit vielen Jahren kämpft die Gemeinde Langenzersdorf um Lärmschutzmaßnahmen an der A22. Ganz oben am Wunschzettel steht eine Lärmschutzwand. Bis diese realisiert ist, fordern Politik und Bürger eine Temporeduktion auf 80 km/h. In Stockerau, wo der lange verzögerte Ausbau der A22 auf sechs Spuren realisiert werden soll, kämpft eine Bürgerinitiative für die Einhausung und gegen die 13 Meter hohen Lärmschutzwände.

So unterschiedlich können Wünsche sein. Wenn man Richtung S1 blickt, sind die Forderungen nach einem ordentlichen Lärmschutz auch mehr als gerechtfertigt. Dort gibt es Überplattungen und einen bergmännisch errichteten Tunnel. Die S1 ist das Paradebeispiel einer Straße mit Luxus-Lärmschutzvariante, die durch das Modell des Public Private Partnership möglich wurde. Ähnliches wird es so schnell nicht mehr geben. So gesehen taugt die S1 als Vorbild nicht.