Schweigen hilft nicht weiter. Veronika Löwenstein über die Krätze und die fehlende Information.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 20. Februar 2019 (04:39)

Wer sich mit der Krätzmilbe angesteckt hat, posaunt das nicht in die Welt hinaus; und postet es auch nicht auf Facebook, obwohl sonst alles auf Facebook gepostet wird. Weil die Erkrankung noch immer mit fehlender Hygiene in Verbindung gebracht wird, spricht man nicht gerne darüber. Aber genau deshalb konnte sie sich die Skabies genannte Milbe auch so ungestört ausbreiten. Nicht einmal meldepflichtig ist die ansteckende Krankheit, weshalb verbriefte Zahlen fehlen. Auskunft erhält man über die Apotheken, die noch nie mit so einem Ansturm auf die Krätze-Salbe konfrontiert waren. Wie und warum sich die Milbe derzeit so rasch ausbreitet, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Tatsache ist aber, dass sich die Milbe umso mehr ausbreiten kann, umso später man sie erkennt. Wird ein Mantel des Schweigens über die Krankheit gebreitet, forciert man damit nur ihre Verbreitung. Der Vorwurf an Politik und Verwaltung, nicht rechtzeitig informiert zu haben, ist nur allzu berechtigt.