Sittenbild für die Stimmung. Über die Gründung der Bürgerliste in Ernstbrunn.

Von Veronika Löwenstein. Erstellt am 11. Dezember 2019 (05:50)

Die Gründung einer Bürgerliste wurzelt zumeist in tiefgreifenden lokalpolitischen Problemen. Oft ist es auch der Protest gegen ein konkretes Projekt, aus dem sich eine Bürgerliste formiert. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Motivation für die Ernstbrunner Bürgerliste UNS gänzlich anderer Natur ist. Drei FPÖ-Gemeinderäte und ein SPÖ-Gemeinderat haben sich aus Frust über die Linie ihrer jeweiligen Bundespartei zusammengetan. Ausnahmslos aus dem Wunsch heraus, überparteilich weiter für die Gemeinde arbeiten zu wollen.

Die Bürgerliste wird allein schon aufgrund der handelnden Personen ihre Mandate bekommen. Die Frage ist, was die Abkehr für die beiden ehemaligen Mutterparteien in Ernstbrunn bedeutet. Ihnen droht der Absturz in die Bedeutungslosigkeit. Den Bundesparteien von SPÖ und FPÖ sollte aber vor allem der Unmut an der Basis zu denken geben. Auch wenn nicht alle eine Bürgerliste gründen, ein Sittenbild für den Zustand der Parteien ist es allemal.